Home Einsätze 08.11.2019: Feuerwehr rettet drei Jungrinder aus Güllekeller
08.11.2019: Feuerwehr rettet drei Jungrinder aus Güllekeller
 

Am 08.11.2019 wurde um 07.04 Uhr die Feuerwehr Frankenfels im Pielachtal zu einer Tierrettung mit demEinsatzwortlaut „Rind in Güllegrube“ alarmiert. Beim Eintreffen am Einsatzort, einem Bergbauernhof im oberen Pielachtal, bot sich folgende Lage: In einem Rinderstall dürften durch eine schadhafte Öffnung in einem Spaltenboden insgesamt drei Jungrinder mit je ca. 400kg in den darunterliegenden Güllekeller gestürzt sein.


Datum:

 08.11.2019
Einsatzfahrzeuge
Uhrzeit:  07:04
KDOFA

X

Alarmierung:  Pager, SMS
TLFA 4000

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Mannschaft:  17
LFA-B

X

Dauer:  5 Std.
VFA

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Unverzüglich wurde vom Einsatzleiter OBI Ing. Daniel Häusler, Kommandant-Stellvertreter der FF Frankenfels, ein Atemschutztrupp der Feuerwehr Frankenfels zur Erkundung in den Güllekeller entsandt, parallel dazu eine Belüftung des Güllekellers mittels Hochdrucklüfter vorgenommen. Der Atemschutztrupp bestand aus Landwirten der örtlichen Feuerwehr.


Der Feuerwehrtrupp konnte feststellen, dass die drei Rinder wohlauf waren, jedoch bis zum Oberkörper im festen Rinderkot standen. Diese sehr zähflüssige Gülle stellte ein großes Hindernis dar, ein Fortbewegen der Männer war kaum möglich ebenso scheiterten Versuche die Gülle abzusaugen. Außerdem waren die Rinder äußerst angespannt und nervös, was auch durch die Geräusche der Atemschutzgeräte und durch die für die Rinder aggressiv wirkenden hellen Helme der Einsatzkräfte erhöht wurde. Somit war ohne Gefährdung der Feuerwehrmänner ein Arbeiten neben den Tieren nicht möglich.




Daher wurde die Taktik geändert, der Spaltenboden geöffnet und eine Belüftung vorgenommen. Außerdem wurde eine Tierärztin beigezogen, ebenso die Feuerwehren Kirchberg/Pielach und Weißenburg zur Unterstützung mit Atemschutz-Reservestrupps angefordert.
Ein Landwirt wurde mit einem passend großen Traktor samt Forstanhänger mit Kran nachbeordert, da nur mit einem kompakten Fahrzeug eine Einfahrt in den Stall möglich war. Nach dem Stellen von Atemschutz-Rettungstrupps wurde ein speziell ausgebildeter Feuerwehrmann aus Frankenfels mit einer Narkosemittelspritze der Tierärztin mittels Kran in den Güllekeller hinabgelassen.



Auf die Verwendung von Atemschutz und Helm wurde verzichtet um die aggressiven Tiere nicht noch mehr zu erschrecken. Zentimetergenau wurde durch den Kranfahrer der Feuerwehrmann positioniert und im geeigneten Moment das Narkotikum verabreicht. Dieses Narkosemittel wurde von der Tierärztin so dosiert, dass das Jungrind nur beruhigt wurde. Wäre das Rind zusammengesackt, hätte dies unweigerlich zum Tod des Tieres geführt.

Als sich das erste Rind beruhigte, wurde das Anbringen von Hebegurten in Angriff genommen. Auch dieser Arbeitsschritt wurde zur Herausforderung, da man aufgrund der Zähheit des Kots nur mit einem zuvor speziell angefertigten Metallhaken die Schlingen unter den Körper des Tieres brachte. Nach mehreren Anläufen gelang aber auch dieses Unterfangen und das Rind konnte schließlich unverletzt aus seiner misslichen Lage mittels Kran befreit werden.
Diese Einsatztaktik wurde auch noch bei den weiteren zwei Rindern angewandt, wobei gerade das letzte Tier besonders widerspenstig war. Nach drei Stunden konnte schließlich das letzte Jungrind gerettet werden.



Zum Held des Tages wurde der 42 jährige Feuerwehrmann Heinrich Griesauer, selbst Landwirt, der dreimal mit dem Kran in den Güllekeller hinabgelassen wurde, die Narkosespritzen verabreichte und die Rettung der Rinder vorbereitete. Aber auch ohne die vielen anderen helfenden Hände, wie von Landwirt und Kranführer Markus Schifflhuber, Tierärztin Dr. Berger Heidemaria oder die beherzt eingreifenden Feuerwehrmänner wären die Tiere qualvoll verendet. Nach dem Einsatz standen umfangreiche Reinigungsarbeiten am Programm und vermutlich wird diese komplizierte Rettungsaktion den Feuerwehrmännern noch lange in Erinnerung bleiben und sicherlich auch noch einige Wochen im Feuerwehrhaus zu riechen sein.

Bericht in Niederösterreich heute

Im Einsatz standen:
FF Frankenfels, vier Einsatzfahrzeuge, 17 Mann
FF Weißenburg, zwei Einsatzfahrzeuge, 8 Mann
FF Kirchberg/Piel., zwei Einsatzfahrzeuge 8 Mann
Tierärztin
Bürgermeister
Privatkran (Forstkran)








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