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Chronik in Wort - Teil 1 (bis 31.12.1949)


Bereits um 1640 bekam der Ort Frankenfels vom Graf Gotthard von Tattenbach das Marktrecht verliehen. Die Familie Tattenbach war von 1631/32 bis 1655 Besitzer der Herrschaft Weißenburg und somit auch für die Häuser in und um Frankenfels zuständig. Obwohl damals einer der kleinsten Märkte Niederösterreichs, fungierte sofort auch ein Marktrichter, welcher folgende Aufgaben zu erfüllen hatte: Polizeigewalt (auch Rechtssprechung bei kleineren Delikten), die Schlichtung von Streitfällen (Schiedsgericht), Instandhaltung von Straßen und Brücken, das Standgeld bei den Kirtagen einheben (altes Recht ab 1655), für Sauberkeit des Ortes sorgen und sogar bei Feuerausbruch die Löscharbeiten zu leiten. Als erster scheint Gastwirt Leonhardt Binder, Besitzer "an dem Neuhaus" (Markt 3), auf; seine Frau Catharina wird in den Pfarrmatriken "Richterin" genannt. Bis zum Ende der Marktrichter im Jahre 1848, letzterer war der Wund- und Geburtsarzt Johann Leinwather, Besitzer "am Stampfgartl" (Markt 2), waren es insgesamt 17 Personen, welche diese Tätigkeiten ausübten. Da es als Löschgeräte nur Eimer gab, war die Aufgabe, dass sich die anwesenden Personen, welche auch von zu Hause Kübeln mitbrachten, in einer Reihe aufzustellen hatten und die befüllten Löscheimer sehr rasch von der Wasserentnahme (Brunnen, Gerinne oder Teich) zum Brandobjekt weiterreichten (auch "Löscheimerkette" genannt). Im Idealfall organisierte der Marktrichter auch eine 2. Menschenreihe, die die leeren Eimer wieder zurückgaben. Hier wurden sehr oft auch Kinder eingeteilt. Es gibt Aufzeichnungen über Brandereignisse, die in dieser Zeit waren. Ob tatsächlich mittels Löscheimerkette geholfen wurde, ist nicht bekannt.
Folgende Brände scheinen in diversen Archiven auf: 

15.09.1766 - "an untern Grueb Häusel", Hofstadtgegend 12
1767 (oder 1768) - "Klein Haimbach", Tiefgrabenrotte 7
29.01.1768 - "an der Mühl", Tiefgrabenrotte 13
05.03.1768 - "Groß-Wintereck", Gemeinde St. Anton an der Jeßnitz, Wohlfahrtsschlag 26
     1797      - "Zubauhäusl No. 4" (später "Großreinthalhäusel" genannt, heute längst verfallen), Fischbachmühlrotte
     1812      - "an der Hochscharten No. 1", Karrotte 1
     1841      - "Nattershof", Hofstadtgegend 13

In der Zeit von 1848 bis zur Feuerwehrgründung (1883) war der Bürgermeister für das Organisieren der Löscharbeiten zuständig, jedoch, man machte es sich sehr einfach, diese Tätigkeit wurde sofort an den Nachtwächter übertragen. Ob es bei den folgenden Bränden zur Anwendung kam, ist nicht bekannt:
03.03.1851 - "am Hinterleithenhäusl" (auch "Koglhäusl" genannt), Ödrotte 6. Dabei kamen zwei Kinder ums Leben.
30.04.1858 - Waldbrand im Weißenbachtal, beim Spiellaubner, Wiesrotte 6
03.06.1859 - "am Kogel" (Franz Karner), Lehengegend 11
21.05.1860 - Bauernhaus Gaißenberg (Schwarzenbach) brannte in der Nacht auf den 22. Mai infolge Blitzeinschlag ab
26.11.1862 - Am Morgen stand "Vordereibek", Fischbachmühlrotte 4, in Brand
Juni  1863   - "Thorriegl", Laubenbachgegend 8
05.05.1865 - "am Eibenstecken", Übergangrotte 4
08.05.1869 - "am Berg", Lehengegend 5
04.01.1870 - Frankenfelser "Feuersbrünste", ohne genauere Angabe der betroffenen Häuser
April  1874  - "am Baumgarten", Falkensteinrotte 15

Ab dem Jahre 1875 verweigerte jeder Nachtwächter, dass er diese verantwortungsvolle Aufgabe übernimmt.
Daher gab es keine Hilfe bei den folgenden Bränden:
08.11.1875 - Anwesen "am Übergangrotthäusel", Übergangrotte 7, samt Nebengebäuden vollständig abgebrannt
11.07.1877 - Das 2. Mal: "Frankenfelser Feuersbrünste", ohne genauere Häuser-Angaben

Um 1880 wurde in der Frankenfelser Bevölkerung der Gedanke geboren, eine organisierte Brandbekämpfung ins Leben zu rufen. Auch der Brand Ende Mai 1882 im Gemeindekotter (Erdgeschoß des Hauses Markt 4) trug dazu bei. Der 54-jährige Randalierer Anton Mifka, ein Tuchmachergehilfe aus Zlabings/Slavonice in Mähren, der gerade im Kerker eingesperrt war, legte aus Rache Feuer in diesem Arrest. Eine Brandausbreitung in der Ortsmitte hätte schlimme Folgen für die ganze Ortschaft gehabt!

Als am 14. Juli 1882 ein Großbrand im Markt wütete, wurde auch beim damaligen Bürgermeister Josef Pögner der Ehrgeiz sehr groß, eine Feuerwehr zu organisieren. Die Brandbekämpfung leitete unaufgefordert das spätere Gründungsmitglied Franz Schenke mit dem kleinen Hydrophor, welcher sich im Privatbesitz von der Witwe Frau Anna Leinwather, Ehegattin vom ehemaligen letzten Marktrichter, befand. Auch die Kirchberger Feuerwehr rückte mit dem Pferdewagen an und half kräftig mit.
Im "St. Pöltner - Bote" vom 20. Juli war zu lesen:
"Am 14. Juli 1882 brannten im Markt zwei Wirtschaftsgebäude und das Dach des Backhauses völlig nieder. Mehrere Stück Rindvieh und viele Schweine gingen zu Grunde. Obwohl die Gebäude mitten im Markte standen, so blieb das Feuer durch die herrschende Windstille, sowie durch die Tätigkeit der von nah und fern herbeikommenden Leute auf obige Objekte beschränkt. Besonders hervorzuheben ist auch das energische Eingreifen des Herrn Gerbermeister Franz Schenke, auch leistete die Hausfeuerspritze der Frau Leinwather, Arzteswitwe, welche dieselbe bereitwillig zur Verfügung stellte, vorzügliche Dienste."

Das Vereinsrecht nach dem Gesetz vom 15. November 1867 - gültig ab 8. Jänner 1868 - ermöglichte einen Verein von Gleichgesinnten. Es war das 134. Gesetz, welches am 24. November 1867 im Reichs-Gesetz-Blatt für das Kaiserthum Oesterreich, Jahrgang 1867, LVIII. Stück kundgemacht wurde und hatte Gültigkeit in Böhmen, Dalmatien, Galizien und Lodomerien mit Krakau, Oesterreich unter und ob der Enns, Salzburg, Steiermark, Kärnthen, Krain, Bukowina, Mähren, Schlesien, Tirol und Vorarlberg, Istrien, Görz und Gradiska, dann die Stadt Triest mit ihrem Gebiete.

Endgültiger Anlass zur Gründung eines Feuerwehrvereines war der Brand des Wirtschaftshauses "Rosenbichl“, Rosenbühelrotte 3, am 17. Oktober 1882, wo die Feuerwehr Kirchberg/P., Gendarmerie Kirchberg/P., der Kirchberger Feuerwehrmann und Maurermeister Mathias Ullmann und die Frankenfelser Gemeindebürger Fleischhauer Albert Schweighofer, Lederermeister Franz Schenke und Lohstampfer Alois Wochner tatkräftig Hand anlegten und sogar drei Menschenleben retteten. Die Frankenfelser Gemeindevorstehung bedankte sich bei allen Genannten für die Mithilfe bei den Löscharbeiten und betonte in den Ausführungen mit "durch deren Entschlossenheit und Muth drei Menschenleben gerettet wurden". Beflügelt wurde der damalige Bürgermeister Josef Pögner auch von den bereits gegründeten Feuerwehren in Kirchberg/P. (1880), Rabenstein (1881) und Hofstetten-Kammerhof (1882), sodass er weiters 14 Frankenfelser und einen Kirchberger (dieser hielt sich berufsbedingt sehr viel in Frankenfels auf) am 1. Mai 1883 im Gasthaus Pögner zur Teilnahme an der Gründungsversammlung animieren konnte. Das Recht der Verfassung von 1867 bildete das Fundament für die Vereinsgründung (die Feuerwehr war dadurch die erste Initiative dieser Art in Frankenfels!). Somit wurde der Gründer Josef Pögner der 1. Hauptmann der Freiwilligen Feuerwehr Frankenfels! Er kaufte aus seinen Mitteln einen kleinen Hydrophor samt Saugkopf, Saugschläuche, Druckschläuche, Verteiler und 1 Strahlrohr - alles auf einem Handwagen untergebracht - und stellte diese Löschausrüstung unentgeltlich der neugegründeten Feuerwehr zur Verfügung. Diese Gerätschaft verblieb im Besitz des Feuerwehrgründers Josef Pögner und wurde auch bei seinem Anwesen untergebracht.
Die 16 Gründungsmitglieder mussten ab sofort regelmäßig ihren monatlichen Mitgliedsbeitrag in die Vereinskasse leisten. Da das angesammelte Geld nicht für ein Löschgerät plus Zubehör, wie bei den anderen neugegründeten Feuerwehren üblich, verwendet werden musste, konnte sofort punkto Bekleidung einschließlich Lederhelm investiert werden. Sie wurden noch im Gründungsjahr in schlichter Uniform eingekleidet. Es entstanden bereits im Herbst 1883 zwei (!) Fotos von allen Gründungsmitgliedern - und zwar ein Foto mit Kappe und beim 2. Bild gab es eine Aufstellung mit Helm ums Löschgerät.
Zur Alarmierung dienten die Kirchenglocken.
Die bürokratische Vereinsgründung war mit der vorgeschriebenen Zuwartefrist der vorgelegten Vereinsstatuten am 19. November 1883 abgeschlossen.



Der weitere Werdegang, die Weiterentwicklung, die Tätigkeiten, erwähnenswerte Einsätze und die markanten Ereignisse der Freiwilligen Feuerwehr Frankenfels:

07.06.1883

Fürs Zusammenarbeiten und zur besseren Organisation des Feuerwehrwesens gründete man den Pielachtaler Feuerwehrverband.
Da es an diesem Tag für die FF Frankenfels noch keine Vereinsstatuten gab, wurden die Frankenfelser zu dieser Gründungsversammlung nicht eingeladen. Sie wurden auch gar nicht erwähnt.
Februar 1885
In den ersten Februartagen langte vom Kaiserhaus für die Feuerwehrgründung eine finanzielle Unterstützung von 80 Gulden ein. Es wurde in der Zeitung "Das Vaterland" vom 6. Februar auf der Seite 5 verkündet.

Frühjahr 1885

Der kleine Hydrophor, welcher auf einem einachsigen Handkarren aufgebaut war, wurde von der Feuerwehr umgebaut. Er wurde nämlich auf einem zweiachsigen Wagen, welcher auch pferdebespannt gefahren werden konnte, aufgebaut, sodass dieses Löschgerät auch relativ schnell zu einem weiter entfernten Brandobjekt transportiert werden konnte.
Sommer 1885
Zum ersten Mal fand in Frankenfels der Bezirksfeuerwehrtag statt. Dabei wurde das "neue" Frankenfelser Löschgerät präsentiert und für sehr gutgeheißen.
11.05.1888

Scheunenbrand - Brandausbruch um 12 Uhr Mittags - beim Gasthaus- und Mühlenbesitzer August Miedel, Hausname Laubenbachmühle, Laubenbachgegend 3. Sehr rasche Brandausbreitung forderte die Feuerwehrmänner. Die Scheune samt Futtervorräte, Pferdegeschirr und Wirtschaftsgeräte sowie die Stallung und der Dachstuhl des Wohngebäudes gingen verloren, sie wurden eingeäschert. Das restliche Wohnhaus konnte durch den Feuerwehreinsatz gerettet werden. Es entstand ein Schaden von mindestens 3583 Gulden, aber der Besitzer erhielt von der Feuerassecuranz (Feuerversicherung) nur 2039 Gulden. Die 70-jährige Einlegerin (Gemeindearme) Margarethe Krickl, sie wohnte gerade im Hause Miedel´s, kam wegen vorangegangener Streitigkeit unter Verdacht, den Brand gelegt zu haben. Die Dienstmagd Johanna Gamsjäger konnte wertvolle Aussagen dazu machen. Laut Zeitungsbericht (St. Pöltner Zeitung vom 13. September 1888, Seite 6) wurde Krickl am 7. September zu acht Jahre schweren Kerker verurteilt.
Laut den spärlichen Aufzeichnungen aus dieser Zeit dürfte es seit der Feuerwehrgründung die erste Brandausrückung gewesen sein. Zum Glück wurde bereits vor drei Jahren der Hydrophor auf einen kleinen Pferdewagen aufgebaut, da die Entfernung vom Gasthaus Pögner, Markt 3 (Unterbringung der kompletten Löschgerätschaft) zum Brandobjekt über 5 Kilometer beträgt.

18.05.1889

Bereits nach einem Jahr - Zweite Brandausrückung, diesmal wieder nach Laubenbachmühle. In der Brandlmühle Labenbacher (Mautmühle, direkt neben der Natters), Laubenbachgegend 15, bricht Feuer in der Nacht vom 18. auf den 19. Mai 1889 aus.

14.10.1889

In der Eder´schen Heilanstalt in Wien starb der Gründer und Feuerwehrhauptmann Josef Pögner im 59. Lebensjahre  an den Folgen einer Nierensteinoperation.
Beim Begräbnis am 17. Oktober waren auch sämtliche Feuerwehren aus dem gesamten Gerichtsbezirk anwesend. Von allen Häusern des Marktes  (damals bildeten insgesamt 13 Häuser und die Kirche den Marktbereich) wehten Trauerfahnen. Es spielten zwei Musikkapellen, nämlich die Feuerwehr-Kapelle Kirchberg a. d. Pielach und die dortige Privat-Kapelle Kerschner, in erhebender Weise die Trauerchöre - so die Mittheilungen des NÖ Landesfeuerwehrverbandes 11/ 1889 - Seite 7. Die Kirche konnte die vielen Trauergäste nicht fassen.

31.10.1889

Das St. Pöltner Wochenblatt schrieb auf der Seite 5:
Die Frankenfelser Wehr bekam aus dem "Assecuranzfonds der Feuerversicherungs-Gesellschaften" eine Subvention von 100 Gulden.
November 1889
Der Gemeindearzt Dr. Anton Kratochwila wird Feuerwehrhauptmann und Bäckermeister Johann Schaider sein Stellvertreter. Oberlehrer Franz Voak bleibt weiterhin Schriftführer.

Um 1890

Laut mündlicher Überlieferung erfolgte der Bau des ersten "Feuerrequisitenhauses". Das Objekt wurde am nordöstlichen Rand der kleinen Ansiedlung Frankenfels, direkt neben der schmalen Commerzial-Straße - am heutigen Feuerwehrparkplatz Markt 65 / direkt an der Grundgrenze zur Liegenschaft Markt 45, errichtet.
Diese namenlose Schotterstraße, welche von der Mariazeller Straße über Fridau, Mainburg, Kirchberg/Pielach, Frankenfels und "Schädlhütte"(Hollensteinhäusl) nach Puchenstuben führte, hatte damals noch keine Bezeichnung. Erst am 19. April 1894 wurde sie zu einer Bezirksstraße I. Klasse mit der Nummer I/XVII erklärt.

17.07.1892

Dr. Anton Kratochwila legt aus gesundheitlichen Gründen seine Funktion als Feuerwehrhauptmann nieder. Er muss auch im September 1892, aus den selben Grund, seinen Arztposten aufgeben. Daraufhin zog er nach Wien und kehrte nicht mehr zurück. Man erzählt in Frankenfels, dass Kratochwila ein sehr geschickter, gewissenhafter und beliebter Gemeindearzt war.
Bei der Neuwahl wird der bisherige Stellvertreter Johann Schaider der Hauptmann. Das Amt des Stellvertreters übernimmt Anton Koller und der Lehrer Josef Kral ist ab sofort der neue Schriftführer.

Herbst 1892

Vom Pielachtaler Feuerwehrverband kam eine Anweisung, dass für Feuerwehrmänner eine Sterbekasse in jeder Feuerwehr eingerichtet werden soll. Daraufhin wird auch in Frankenfels eine solche gegründet und es treten spontan zehn Mann bei.

02.12.1892

Einheitliche Chargen-Abzeichen ab sofort für niederösterreichische Feuerwehren gemäß Zahl 27.337 des Ministerialerlasses. Das k. k. Ministerium des Inneren genehmigte im Einvernehmen mit dem k. k. Ministerium für Landesverteidigung und dem k. u. k. Reichs-Kriegsministerium die Distinktionsabzeichen von "Mannschaft" bis "Präsident des Landesverbandes".

01.09.1893

Dr. Anton Kratochwila in Wien an Tuberkulose verstorben. Er war Gründungsmitglied und auch Hauptmann von Anfang November 1889 bis 17. Juli 1892.

04.05.1895
Albert Schweighofer löst am Florianitag Anton Koller als Hauptmannstellvertreter ab.

31.10.1895



Oberlehrer Franz Voak an Lungentuberkulose verstorben. Er war Gründungsmitglied und von Beginn an bis 17. Juli 1892 Schriftführer unserer Wehr.
Beim Begräbnis am 2. November gab es eine sehr große Anteilnahme. Die vielen Personen aus Frankenfels, die Gemeindevertretung, der Ortsschulrat, die Lehrerschaft, die hohe Anzahl der Frankenfelser Feuerwehr, auch die FF Kirchberg/Pielach war mit einer Abordnung anwesend, brachten die Beliebtheit des Verstorbenen zum Ausdruck.

30. - 31.07.1897

Bei der großen Unwetterkatastrophe versuchte auch die Feuerwehr, trotz mangels an geeigneten Geräten, zu helfen. Vorwiegend wurden Tiere aus den Stallungen gerettet sowie Möbelstücke und Sachwerte geborgen. Den Höhepunkt bildete ein stürmisches Unwetter in der Nacht vom 29. zum 30. Juli, welches ein furchtbares Hochwasser in den frühen Morgenstunden ergab. In der Nähe der Schönau ertrank ein Sattlergehilfe.
Die Zeitung "Neues Wiener Tagblatt." schrieb in ihrer Ausgabe Nr. 214 (5. August) auf der Seite 4: "Es wurden sämtliche Brücken fortgerissen, der Straßenkörper, der vom Wasser erreicht wurde, total vernichtet und Tausende von Metern Holz und auch Einrichtungsstücke weggeschwemmt. Viele Familien retteten nur ihr nacktes Leben. In vielen Häusern stand meterhoch das Wasser. Entwurzelte Bäume und ein Meer von Schotter bedecken Felder und Thalwiesen. Ein enormer Schaden, das Elend und der Jammer war grenzenlos. Der Wasserstand war sogar höher als bei der großen Hochwasserkatastrophe im Jahre 1862."
27.12.1897
Beim Begräbnis des Kirchberger Feuerwehrkameraden Johann Tersch war auch die FF Frankenfels durch eine Abordnung vertreten.

Sommer 1898

Das erste eigene Löschgerät "Große Hydrophorspritze auf Pferdezug" wurde vom Feuerwehrverein um 677 Gulden von der Feuerlöschgerätefabrik Franz Kernreuter aus Wien, XVII. Hernals, Hernalser-Hauptstraße 105, angekauft. Zugleich wurden auch 45 Meter Schläuche um 40,95 Gulden dazugekauft. Dieser Hydrophor wird im Einsatzfall von den in den Einkehrgasthäusern eingestellten Pferden zum Brandplatz gezogen.
Um die Vereinskasse aufzubessern wurde dieser Wagen gelegentlich auch als Beförderungsmittel eingesetzt. So fuhr man unter anderen pferdebespannt sogar bis St. Pölten, um Kinder zur Firmung zu transportieren. Bei Abwesenheit des Löschgerätes herrschte naturgemäß auch Unmut einiger Feuerwehrkameraden. Solche Differenzen gehen auch in einem Sitzungsprotokoll am 4. Juni 1899 hervor und es wurde beschlossen, dass der Spritzenwagen grundsätzlich nicht mehr hergeborgt wird. Gelegentlich beförderte man aber auch weiterhin Privatpersonen für wichtige Erledigungen. Mit der Eröffnung der Mariazellerbahn am 5. August 1905 nahm diese Zweckentfremdung ein Ende.

Herbst 1898


Die für Herbstanfang geplante große Feierlichkeit anlässlich der offiziellen Inbetriebnahme des großen Hydrophor´s konnte man infolge ausgerufener Hoftrauer (21. September 1898 bis 17. Jänner 1899) wegen Ermordung unserer Kaiserin Sisi nur im kleinen Rahmen abhalten. Bei der Segnung war Frau Maria Schafhuber, Bürgermeistersgattin und Gastwirtin in der Schenke "Taverne am Steg", die Spritzenmutter. Sie war somit die erste Patin unserer Wehr. Es folgten auch keine Zeitungsberichte.
25.02.1899
Beim morgendlichen Feuer-Unfall der Frau Francisca Tuder vom Neu-Kreuzhäusl, Rosenbühelrotte 14, wurde die Feuerwehr NICHT alarmiert. Sie verstarb an den Brandwunden um 2 Uhr nachmittags.

23.04.1899


Bei der in Frankenfels stattgefundenen Volksmission (16. bis 23. April) wurde am letzten Tag auch eine Kreuzweihe vorgenommen. Zu diesem Anlass fand eine große Procession mit sehr vielen Gläubigen durch den Markt statt, wobei das schön geschmückte Kreuz von der Feuerwehr getragen wurde. - schrieb die St. Pöltner Zeitung am 4. Mai 1899 auf der Seite 9.
24.04.1899
Hutmacher und Mesner Rudolf Voak an mehreren Karzinomen verstorben. Er war auch in unserer Feuerwehr Gründungsmitglied und bis zu seinem Tod immer der erste Hornist.

10.09.1899

Der Bezirksfeuerwehrtag wurde in Frankenfels abgehalten. Viele Häuser waren für das sonntägige Ereignis beflaggt.
"Von den auswärtigen Feuerwehren waren Kirchberg an der Pielach, Rabenstein und Hofstetten anwesend. Insgesamt 78 Feuerwehrmänner gaben ein prächtiges Bild für die Bevölkerung. Die Kirchberger Feuerwehrcapelle umrahmte die vielen Veranstaltungen: Gottesdienst - Verbandssitzung unter Obmann Franz Mugrauer und Obmannstellvertreter Sylvester Trixner, beide aus Kirchberg/P. - große Schauübung um 16:00 Uhr beim Pfarrhofe und am Schaider´schen Backhause - Abschluß des Festtages mit einem Umzug (Aufstellung beim Spritzenhause). Trotz des starken Regens, es musste lediglich die Schauübung gekürzt werden, war es ein besonderer Tag für Frankenfels. Schlußsatz: Unserer wackeren Feuerwehr aber schließlich ein kräftiges GUT HEIL ! " - berichtete die Zeitung "Feuerwehr-Signale" in ihrer Ausgabe vom 5. Oktober 1899 auf Seite 15.
Auch die St. Pöltner Deutsche Volkszeitung schrieb darüber am 14. September auf der Seite 18:
"Bei der beeindruckenden Schauübung anlässlich des großen Feuerwehrtages in Frankenfels erregte die noch ganz neue Spritze das besondere Interesse der auswärtigen Feuerwehrmänner und der Bevölkerung aus nah und fern."

15.10.1899

Unter Hauptmann Johann Schaider erfolgte folgender Beschluss für alle Frankenfelser Feuerwehrmänner: "Es ist hinkünftig bei den Versammlungen in Uniform und mit persönlicher Ausrüstung (Helm, Steigergurt, Feuerwehrbeil, usw.) zu erscheinen!"

01.01.1900

Die Kronenwährung ist ab nun ausschließliches Zahlungsmittel Österreichs.
Seit 1892 durfte der Gulden (= 100 Neukreuzer) parallel zur Krone (= 100 Heller) verwendet werden. Die Umrechnung in dieser Zeit war "1 Gulden = 2 Kronen".

12.06.1900

Für den Bischofsempfang veranstaltete die Feuerwehr einen Fackelzug mit anschließendem Feuerwerk. Am Folgetag spendete Bischof Dr. Johannes Rössler 165 Kindern das Sakrament der Firmung. Die St. Pöltner Deutsche Volks-Zeitung berichtete darüber in ihrer Ausgabe vom 21. Juni, auf der Seite 6.

02.09.1900
Schriftführer Dr. Bartholomäus Mair legt seine Funktion zurück.
06.10.1900
Neuer Schriftführer wird der Lehrer Wilhelm Jantschek.
31.12.1900 Erster Kameradschaftsabend der Freiwilligen Feuerwehr Frankenfels.
06.01.1901 Erster Feuerwehrball in Frankenfels.
09.01.1901
Franz Gabauer wird zum Hauptmann gewählt, sein Stellvertreter wird Moritz Pögner.
30.01.1901 Gehöft "Mitterübergang“ (auch "Goisauf" genannt), Übergangrotte 8, brennt ab. Der Besitzer Josef Kerschner erlitt Brandwunden. Vieh wurde gerettet, Scheune und Nebengebäude blieben erhalten.
02.02.1901
Um den Verein besser finanzieren zu können wurde die Aufnahme von Unterstützenden Mitgliedern beschlossen.
10.09.1901 Bauernhof "Berg“ (auch "Beari" genannt), Besitzer Leopold Kalteis, Lehengegend 5, steht im Vollbrand. Sogar die FF Kirchberg an der Pielach wurde alarmiert. Da die Anfahrt per Pferdewagen zu lange dauerte, wurde diese Feuerwehr in der Schönau zum Umkehren beauftragt. Es war bereits alles zu spät. Kein Löschwasser weit und breit. 2 Ochsen, 3 Kühe, 3 Kälber, 6 Schweine und 15 Schafe sind verbrannt, der "Hausstock"(Wohnhaus) ist erhalten geblieben. Der geisteskranke Bauernsohn ist seit dem Brande abgängig.
31.12.1901
Bisher sind leider nur zwei Ortsbewohner der FF Frankenfels als Unterstützende Mitglieder beigetreten.
05.01.1902
Da seit 2. August 1901 der Posten des Schriftführers offen ist (Wilhelm Jantschek wurde abgemeldet, wegen Übersiedlung), wird Oberlehrer Josef Hippmann aufgenommen und er bekommt sofort die Schriftführer-Funktion.
21.06.1902 Johann Tinter verstorben. Er war Gründungsmitglied der FF Frankenfels.
14.07.1902 Brand einer Hütte (Holzschuppen) des Gehöftes "Hofstatt", Hofstadtgegend 1.
07.08.1902
Großes Hagelwetter in Frankenfels. Die vielen beschädigten Dachziegeln am Feuerlöschrequisitenhaus wurden sofort in den folgenden Tagen ersetzt.
31.08.1902
Pfarrer Franz Schweiger wird als drittes Unterstützendes Mitglied aufgenommen.
05.10.1902 Wohnhausbrand in der Fischbachmühlrotte 1 (Besitzer: Josef Schagerl).

01.10.1903

Der Brand beim "Lehenmühlhäusl", Hofstadtgegend 3, vernichtete Stall, Schupfen und den Dachstuhl des Wohnhauses. 2 Ziegen sind verbrannt. Schaden: Kronen 1200,-; das Ganze war aber nur auf 1400 Kronen bei der "Donau" versichert. Die Feuerwehr hatte beide Hydrophore eingesetzt. Somit konnte ein Teil des Wohnhauses gehalten werden. Der hölzerne Rauchfang war die Brandursache.
07.10.1903 Brand des Hofes "Widen/Wieden“ (auch "Wiehn" genannt) in der Lehengegend 3 (Besitzer: Michael Fahrngruber / Bewirtschafter auf Leibrente: Mathias Plank, er war auch Gemeindediener und Mesner in Frankenfels). Da keine ausreichende Wassermenge vor Ort war, konnte die Feuerwehr nur eingeschränkt helfen. Der Hof brannte ab.

03.01.1904

Bei der Wahl wurden die Herren Franz Gabauer und Moritz Pögner als Hauptmann beziehungsweise als Hauptmannstellvertreter bestätigt. Auch Herr Josef Hippmann wurde mit 19 von 23 Stimmen zum Schriftführer wiedergewählt. Diese Funktion wird im Protokollbuch mit "Säckelwart und Schriftführer" deklariert. Damals nannte man den Zahlmeister (Verwalter des Vereinsgeldes) auch Säckelwart.

04.03.1904

Beim Großbrand der zehn Kilometer entfernten Dampfsäge des Herrn Baumann in Schwerbach, Schwerbachgegend 69, Gemeinde Kirchberg an der Pielach, half auch unsere Wehr mit dem pferdebespannten Hydrophor. Die intensive Brandbekämpfung, wobei das Löschwasser durch Hydrophore (Handpumpen) zum Brandherd geschafft wurde, dauerte 15 (!) Stunden. Durch diese aufopfernde, starke Leistung der Feuerwehrmänner konnten große Holzvorräte und die Nebenhäuser gerettet werden.

16.03.1904

Haus, Stall und Holzschupfen des "Sperrieglhäusls", Tiefgrabenrotte 15, wurden durch einen Brand vernichtet. Die Feuerwehr wurde NICHT verständigt! Schaden: Kronen 2200,-; jedoch nur auf 600 Kronen versichert.
04.04.1904 Ankauf einer gebrauchten zweiteiligen Holz-Schiebeleiter von der Feuerwehr Rabenstein.
21.08.1904 Bezirksfeuerwehrtag in Frankenfels. Alle Feuerwehrvereine des Gerichtsbezirkes Kirchberg an der Pielach und auch die Feuerwehren von Kilb, Mank und Texing erschienen. Nach der Verbandssitzung fand eine Schauübung bei der Schule statt. Die St. Pöltner Zeitung schrieb am 28. Aug. auf der Seite 3 über dieses Ereignis: "Nach der Sitzung fand die Schul- und Schauübung statt, welche der wackeren Feuerwehr Frankenfels wegen ihrer strammen Leitung und Ausführung allgemeine Anerkennung bekundet".
21.09.1904
Brand beim "Klein-Bichl", Hofstadtgegend 4, auf Scheune und Stall. 2700 Kronen Schaden, jedoch nur auf 1900 Kronen versichert.
06.11.1904
Ausrückung zum Großbrand in Puchenstuben. Das Gasthaus Lawitschka - später Hotel Hallerhof - (Puchenstuben 4 / heute: Christian Haller - Straße 2) und das gegenüberliegende Forsthaus stehen in Flammen. Eine Brandausbreitung auf den ganzen Ort konnte unter Mithilfe der FF Kirchberg an der Pielach verhindert werden. Damals hatte die Nachbarsgemeinde noch keine Feuerwehr.

21.03.1905

Und wieder ein Großbrand in der Ortschaft Puchenstuben. Brandausbruch "sieben Uhr abends". Diesmal steht das Stallgebäude des Gasthauses Lawitschka in Brand. Und wieder die große Gefahr der Brandausbreitung auf den ganzen Ort. Die Frankenfelser und Kirchberger Feuerwehren verhinderten die Katastrophe. Jedoch der Stall ist niedergebrannt, er konnte durch die lange Anfahrtsdauer und durch die noch nicht vorhandene Ortsfeuerwehr nicht mehr gerettet werden. Das noch nicht Vorhandensein der Feuerwehren Puchenstuben, St. Anton an der Jeßnitz und Wienerbruck forderte die Brandbekämpfung, alle Feuerwehrmänner kämpften bis zur letzten Kraft. Der mustergültige Einsatz beider Feuerwehren gab den endgültigen Anlass, dass am 14. Mai 1905 die FF Puchenstuben gegründet wurde. 

07.04.1905

Ein größerer Teil des Objektes "Feilenhauerei Klein-Boding", Pernarotte 5, abgebrannt. Die St. Pöltner Zeitung berichtete am 13. April: "Infolge Entzündung von Kohlenstaub bricht im Bodinger Hammerwerk ein Brand aus. Es wurde der Dachstuhl und viele Werkzeuge eingeäschert". Schaden: Kronen 1500,-

20.07.1905

Der NÖ Landesfeuerwehrverband sprach eine Auszeichnung "25 Jahre Feuerwehrdienst" in Form einer aufwendig gestalteten Urkunde für unseren Feuerwehrkameraden Josef Kindl aus. Neben der langjährigen Mitgliedsschaft kam auch seine überdurchschnittliche Übungs- und Einsatztätigkeit zu tragen. Obwohl Herr Kindl erst am 5. Juni 1898 der FF Frankenfels beitrat, wurde die unmittelbare vorangegangene Feuerwehrmitgliedsschaft in Kirchberg an der Pielach mit berechnet. Er war sogar Gründungsmitglied bei der FF Kirchberg/Pielach am 28. März 1880. Das erste Ehrendiplom in unserer Feuerwehr ist im "Ehrenbuch des Nied.-Oesterr. Landes-Feuerwehr Verbandes 1903 - 1917" auf der Seite 71 eingetragen.

05.08.1905

Eröffnungsfeier der Mariazellerbahn. Es wurde die Teilstrecke Kirchberg an der Pielach - Laubenbachmühle feierlich in Betrieb genommen. Die Feuerwehr übernahm am Bahnhof Frankenfels den Ordnerdienst für die große Zuschauerschar. Dadurch ist bei der Einfahrt des Festzuges um 14:29 Uhr nichts passiert!
Der Reinertrag des Festes wird von der Gemeinde der Feuerwehr zur Verfügung gestellt.

13.08.1905

Zugunglück in der Nähe der Haltestelle Boding der Pielachtalbahn St. Pölten - Laubenbachmühle. Ein Lokalbahnzug Richtung Laubenbachmühle entgleiste zirka zwei Kilometer vor dem Endbahnhof. "Da sich wahrscheinlich infolge des eingetretenen Regenwetters das Geleise etwas gesenkt hatte, sprang am Sonntag des 13. dieses Monats ein Personenzug aus den Schienen. Die Lokomotive stürzte samt dem Paketwagen über die sieben Meter hohe Böschung, wobei sie sich mehrmals überschlug und sich schließlich im Bachufer festbohrte. Glücklicherweise riß die Kupplung, so daß die Personenwagen stehen blieben. Infolgedessen wurde von den Passagieren niemand verletzt. Auch der Heizer kam mit unbedeutenden Hautabschürfungen davon, während der Lokomotivführer schwer verletzt und bewustlos unter der Lokomotive hervorgezogen wurde. Der mit dem Zuge mitfahrende Postexpeditor mußte zur Weiterbeförderung und Einholung der Post in Kirchberg a. d. P. Pferde und Wagen requirieren, um die rechtzeitige Abwicklung des Postdienstes zu ermöglichen." - so der Zeitungsbericht in der "St. Pöltner Zeitung." vom 17. August - Seite 3.
Die FF Frankenfels wird zur Mithilfe bei der Bergung der Dampflokomotive gerufen. Mit vereinten Kräften (Bahnarbeiter und Feuerwehrmänner) gelang die zeitaufwendige Bergung.
In den nachfolgenden Sitzungsprotokollen geht mehrmals hervor, dass, wenn genügend Geld vorhanden ist, eine Bergewinde angekauft werden soll.
19.08.1905 Bei Sprengarbeiten in Laubenbachmühle verunglückt ein Bahnarbeiter tödlich. Die Feuerwehr übernahm die Bergung der Leiche. In der St. Pöltner Deutsche Volkszeitung vom 24. August war ein Bericht darüber.
21.10.1905 Der Bergbauernhof "Berg / Beari“, Lehengegend 5, steht abermals in Brand. Die Feuerwehr konnte sich infolge Wassermangel nur mit Rettungsarbeiten befassen. Auch die Kirchberger Feuerwehr, welche mit dem Pferdewagen erschien, versuchte zu retten, was noch zu retten ist. "Das Wohn- und die Wirtschaftsgebäude brennen bis auf den Grund nieder" berichtete die St. Pöltner Zeitung am 9. November. Auch 7 Rinder, 1 Pferd, 9 Schweine, 14 Schafe und 20 Hühner sind verbrannt. 10 000 Kronen Schaden.
07.01.1906 Für die geleistete Hilfe am 13. August 1905 geht von der Niederösterreichischen Landesbahn eine Zahlung von 40 Kronen ein.

08.09.1906

VIII. österreichischer Feuerwehrtag in Wien am 7., 8. und 9. September 1906 !
In der Hauptversammlung am 8. September wurde unter anderem beschlossen:
Bei den Schlauchverbindungen (Schlauchkupplungen) wird in Österreich-Ungarn die EK-Kupplung der Wiener Firma Wm. Knaust eingeführt. Es handelt sich um symmetrische Kupplungen, so dass an beiden Schlauchenden gleiche Kupplungen verwendet werden. Die bisherigen Schraubenkupplungen verbleiben noch bei den Saugschläuchen.
03.03.1907
Die Neuwahl bringt folgendes Ergebnis:
Hauptmann Franz Gabauer und Hauptmannstellvertreter Engelbert Hölzl.
April 1907 Schwere Unwetter führen zu einem Hochwasser, das über 200 Kubikmeter Scheitholz fortschwemmt. Die Feuerwehr war mehrere Stunden im Einsatz. Dies stand in der St. Pöltner Zeitung am 2. Mai 1907.
22.09.1907
Beim Feuerwehrfest in Puchenstuben war auch Frankenfels durch eine Feuerwehrabordnung vertreten. Es wurden das neuerrichtete Feuerwehrhaus und die "Feuerspritze" der offiziellen Bestimmung übergeben.
25.01.1908 Gemeindeausschusssitzung (Gemeinderatssitzung). Im Protokoll geht hervor, dass die Feuerwehr eine Subvention von 50 Kronen für das Jahr 1908 erhält. Es wird dankend angenommen und als Gemeindebeitrag für das "25-Jahr-Jubiläum" im August 1908 verstanden.

09.03.1908

"Groß-Boding" - auch "Bodingbauernhaus" genannt, Pernarotte 4 steht in Flammen. Dem raschen Eingreifen des Herrn Feilenhauereibesitzers Adalbert Schmidinger mit seinen Arbeitern und seiner Hausspritze ("Klein-Boding", Pernarotte 5), die Nachbarn sowie den Bemühungen der Feuerwehr Frankenfels gelang es in kurzer Zeit den Brand auf das Wohngebäude zu beschränken und den angebauten hölzernen Stall zu retten. Im I. Beiblatt zur St. Pöltner Zeitung (Stadt- und Landbote.) vom 19. März sind auf der Seite 12 diese Tätigkeiten zu lesen und der letzte Satz lautet: "Die zum Ausrücken bereite Feuerwehr von Puchenstuben wurde deshalb telephonisch abbestellt."
Der Besitzer Philipp Tuder lies in der selben Wochenzeitung auf der Seite 4 auch folgende Danksagung veröffentlichen: "Der wärmste Dank wird allen jenen ausgesprochen, die mir so werktätige Hilfe angedeihen ließen, insbesondere Herrn A. Schmidinger, der im Vereine mit seinem geehrten Personale und den Herren aus der Nachbarschaft in erster Linie helfend eingriff, sowie der löblichen Feuerwehr Frankenfels und den geehrten Herren der k. k. Gendarmerie von Frankenfels, ohne deren tatkräftiges und aufopferndes Eingreifen es unmöglich gewesen wäre, dem Brande Einhalt zu tun."
05.07.1908 Brand des Gehöftes "Katzeneck", Besitzer Christian und Theresia Putzenlechner, Grasserrotte 1.
09.08.1908 Das Feuerwehrhaus (damals Feuerlöschrequisitenhaus genannt) wurde bereits im Frühjahr mit einem Schlauchturm ergänzt. Über dem Tor wurde eine Tafel mit der Aufschrift "Gut Heil" angebracht. Dies wurde im Zuge des 25-jährigen Gründungsfestes, verbunden mit dem Bezirksfeuerwehrtag, gefeiert. Bereits am 8. August wurde fleißig an der Ausschmückung des Marktes gearbeitet und am Abend gab es unter zahlreicher Beteiligung einen Fackelzug mit Feuerwerk. Der Festtag, Sonntag 9. August, begann mit Gedenken für die verstorbenen Feuerwehrmitglieder und einer Kranzniederlegung am Friedhof sowie mit einem Festgottesdienst. Am Nachmittag waren neben der örtlichen Bevölkerung auch Festgäste aus Hofstetten/Grünau, Kirchberg an der Pielach, Scheibbs, Puchenstuben, Annaberg und Mitterbach gekommen. Sie nahmen um 3 Uhr nachmittags mit Ehrenjungfrauen und Sommergästen am Festplatz Aufstellung. Nach der Begrüßung durch den Herrn Bürgermeister Leopold Wieder folgte die Festrede durch Herrn Pfarrer Franz Schweiger. Am Schluss der Festveranstaltung erhielten Schuhmachermeister August Prezina und Tischlermeister Anton Niederer als Gründungsmitglieder vom Bürgermeister Ehrengaben, unter anderem jeweils eine Taschenuhr mit einer persönlichen Gravur, überreicht. Viel Lob gab es bei der anschließenden sehr präzise ausgeführten Übung der Ortsfeuerwehr. Es folgte ein Festzug und danach ein Konzert im Gasthausgarten Schafhuber. Hier zeigten die Ehrenjungfrauen ihre Findigkeit im Verkauf von Festandenken. Ein Kränzchen im Pögner's Gasthaus beendeten diesen Ehrentag. "Das reichhaltige Festprogramm habe gewiß keinen Teilnehmer unbefriedigt gelassen" schrieb die St. Pöltner Zeitung am 20. August auf der Seite 10.
08.09.1908 Bei der Gemeindeausschusssitzung wird beschlossen, dass auch die Feuerwehr beim im Oktober stattfindenden Kaiser-Jubiläumsfeste, einschl. Vorbereitungsarbeiten mithelfen soll.
25.10.1908 Huldigungsfeier in Frankenfels anlässlich des "Allerhöchsten 60-jährigen Regierungsjubiläums Sr. Majestät des Kaisers Franz Joseph I." mit Enthüllung einer Erinnerungstafel am Pfarrhaus. Die Schuljugend der Volksschule bringt vor den versammelten Festgästen den Chor "Heil Dir, Franz Joseph" zur Aufführung. Den Festablauf organisieren Gemeinde, Feuerwehr und Verschönerungsverein. Für das gelungene Fest erhält die FF Frankenfels von der Gemeinde ein Buch zum Führen einer Feuerwehrchronik mit dem Titel "1848 - 1908   Ehren- und Urkundenbuch der Freiwilligen Feuerwehr in Frankenfels. Begonnen im Kaiserjubiläumsjahr 1908." Mit vollem Stolz wurde vom Schriftführer der Feuerwehr Herr Oberlehrer Josef Hippmann die Chronikeintragungen getätigt. Auch rückgelegene Daten wurden nachgetragen.
14.02.1909
Tanzkränzchen der Feuerwehr im Gasthaus Schafhuber.
31.03.1909 Waldbrand in der Schönau - Weißenburggegend 17. Auch die Kirchberger Feuerwehr half.
Juni 1909 Brand beim Bauernhof "Vordergschwendt" in der Markenschlagrotte 11.

18.08.1909

Bei der Verabschiedung des Herrn Pfarrers Franz Schweiger wurde dieser von der Freiwilligen Feuerwehr Frankenfels zum Ehrenmitglied ernannt. Er war von 1894 bis 1909 Pfarrer von Frankenfels. Die Versetzung in die Pfarre Gresten erfolgte am nächsten Tag. Dies geht aus einem umfangreichen Bericht in der Reichspost vom 21. August 1909, auf Seite 5, hervor.
November 1909




Bei dem Sägewerk in der Bruckmühle, Falkensteinrotte 12, bricht ein Brand aus. Leider konnte die Anlage, wegen dem zu lange dauernden Anmarsch mit dem pferdebespannten Hydrophor nicht gerettet werden, sie brennt komplett ab.
Dabei handelte es sich um eine besondere Anlage, welche mit einem unterschlächtigem Wasserrad angetrieben wurde. Die Gattersäge nannte man auch "Daubensäge", weil die Konstruktion neben Schnittholz auch das Produzieren von Fassdauben erlaubte. Leider funktionierte das Wasserrad nur bei entsprechendem höheren Wasserstand der Pielach.
21.12.1909 Bei der Gemeindeausschusssitzung wird beschlossen, dass die Feuerwehr die Dekorierung des Empfangsfestes am 13. Jänner 1910 des neuen Herrn Pfarrers Anton Christian zu besorgen hat.
Um 1910 Dem mehrheitlichen Wunsch der Frankenfelser Feuerwehrmänner - seit Ende August 1905 - konnte nun, da ausreichend Geld in der Vereinskasse ist, entsprochen werden:
Beschaffung einer starken Holzwinde. Es handelt sich um eine Kombination von Holz und Eisen.
Sie ist heute in unserem Feuerwehrmuseum zu bewundern.
06.03.1910
Neuwahl: Franz Gabauer bleibt Hauptmann, der Stellvertreter ist ab nun Josef Schafhuber.
08.09.1910
Das Feuerwehrmitglied Franz Goisauf erhielt eine Ehrung für 25-jährige Feuerwehrtätigkeit, er wurde mit einer Ehrenmedaille ausgezeichnet. "Bei dieser Gelegenheit überreichte auch Herr Bürgermeister Wieder dem Gefeierten als Spende und Anerkennung der Gemeinde eine schöne Taschenuhr und sprach ihm zugleich mit herzlichen Worten den Dank für die geleisteten Dienste aus. Herr Goisauf dankte für die ihm zuteil gewordene Auszeichnung und schloß mit einem dreimaligen Hoch auf den Kaiser, in welches die Versammelten begeistert einstimmten." - so die St. Pöltner Zeitung vom 22. September auf Seite 9 (I. Beiblatt).
15.09.1910 Schwerer Unfall eines Bauern beim Holzführen mit einem Schlitten. Auch die Feuerwehr wurde alarmiert.
24.09.1910 Kaiser Franz Joseph I bereiste die Mariazellerbahn! Der Hofzug hatte seinen ersten Aufenthalt im Bahnhof Laubenbachmühle. Beim Empfang wurde von der Feuerwehr die Kaiserhuldigung vorgenommen, wobei jeweils eine Feuerwehrabordnung aus Frankenfels und Kirchberg an der Pielach Spalier stand. Die Meldung an seine Majestät machte der Bezirksfeuerwehrkommandant (1. Obmann des Bezirksfeuerwehrverbandes Kirchberg an der Pielach) Hauptmann Karl Stolz von der FF Kirchberg/Pielach. Es musste alles sehr schnell gehen, da nur acht Minuten Aufenthalt vorgesehen war. Nach genau zehn Minuten setzte sich der Zug Richtung Mariazell in Bewegung. Für viele Frankenfelserinnen und Frankenfelser war dies ein großer Freudentag in der kuk-Zeit.
19.02.1911 Friedrich Hampel in Kirchberg/Pielach verstorben. Er war Gründungsmitglied der FF Frankenfels.
31.07.1911
Eine Abordnung der FF Frankenfels fuhr mit dem Zug nach Puchenstuben. Sie nahm am Leichenbegräbnis des Puchenstubener Feuerwehrmannes Johann Fuchsteiner teil.
06.08.1911 Bezirksfeuerwehrtag in Frankenfels. Aus Kirchberg/Pielach, Rabenstein, Hofstetten, Puchenstuben und Annaberg hatten sich Abordnungen von Feuerwehren in dem mit Fahnen, Kränzen und Girlanden reich geschmückten Ort eingefunden, wo dieselben von der Ortsfeuerwehr empfangen wurden. Um 2 Uhr nachmittags begann die Bezirksversammlung. Es wurde über den Stand des Löschwesens und über statistische Angaben berichtet. Wegen des Beginns der Probefahrten mit elektrischem Betrieb auf der Lokalbahn wies Bezirksobmann Karl Stolz aus Kirchberg an der Pielach auf die großen Gefahren hin, die die Berührung der Leitungen mit sich bringen würde. Die St.Pöltner Zeitung schrieb am 17. August auf der Seite 9 (I. Beiblatt) weiters: "Nach Schluß der Versammlung fanden Übungen der Feuerwehr Frankenfels statt, welche sehr gut durchgeführt wurden und alle Anerkennung fanden. Hernach war ein Festzug der Feuerwehren, denen eine Schar lieblicher Ehrendamen das Geleit gab. Mit einem Gartenkonzert und Tanzkränzchen endete der für unsere wackere Feuerwehr so schön verlaufene Tag."
07.10.1911
Eröffnung der Elektrifizierung der Mariazellerbahn in den Abschnitten St. Pölten - Laubenbachmühle und Wienerbruck - Mariazell. Das mittlere Teilstück wurde bereits am 27. März 1911 mit der unter Spannung stehenden Oberleitung offiziell der Bestimmung übergeben. Das neue Betriebssystem (einphasiger Wechselstrom, 6500 Volt, 25 Hertz) erforderte im Vorfeld auch für die Feuerwehrmänner einige Schulungen.
17.04.1912 Zirka um 17:30 Uhr bricht ein Brand beim Gehöft "Krumbach“ in der Markenschlagrotte 9 aus. Spielende Kinder vor dem Haus machten den Besitzer auf dem Brandausbruch aufmerksam. Sehr rasch entwickelte sich daraus ein Vollbrand. Es wurden das erst im Vorjahr erbaute, jedoch mit Stroh gedeckte Wohnhaus, die Mühle, die Stallungen, der Stadel und der Kornspeicher ein Raub der Flammen. Die Wohneinrichtung und ein Großteil der Futtervorräte wurden vernichtet. Der Viehbestand (19 Tiere) wurde gerettet. Mit Müh und Not konnte die große Gefahr für die beiden, ebenfalls mit Stroh gedeckten Nachbarhäuser abgewandt werden. Es wurde an Sachwerten nur mehr ein Nachtkästchen mit einem Bargeld von 2000 (!) Kronen und einige Säcke Mehl und Getreide geborgen. Der Gesamtschaden von zirka 18 000 Kronen war nur zu einem Drittel von der Versicherung gedeckt.

01.08.1912

Um zirka 16 Uhr wurde zum Brand der Dampfsäge des Herrn Pfannl (neuer Besitzer) in Schwerbach (Schwerbachgegend 69, Gemeinde Kirchberg an der Pielach) alarmiert. Und wieder rückte man - wie am 4. März 1904 - pferdebespannt mit dem Hydrophor in die Nachbarsgemeinde aus. Die komplette Sägewerksanlage wurde ein Raub der Flammen. Mit Müh und Not konnte das Bürogebäude gerade noch gehalten werden. Diesmal wurde die Säge nicht mehr aufgebaut.

Sept. 1912

Gemeindearzt Dr. Max Breuer regte an, eine Feuerwehr-Rettungsabteilung aufzustellen.
Man beschäftigte sich zwar mit diesem Gedanken, aber mit seiner Versetzung am 22. Oktober 1912 nach Kilb war auf einmal dieser Plan verworfen. Sein Nachfolger Dr. Hugo Jury, welcher seine Arztpraxis am 16. Jänner 1913 eröffnete, sah diesbezüglich keine Notwendigkeit.
01.12.1912
Auszeichnung: "Sonntag den 1. Dezember fand in dem schöngeschmückten Saale des Gasthausbesitzers Herrn Anton Pögner die feierliche Überreichung der Ehrenmedaille für 25 jährige Tätigkeit auf dem Gebiete des Feuerwehrwesens an das stramme Mitglied unserer wackeren Feuerwehr, Herrn Ignaz Seidler, statt. Nach der Eröffnung der Feier und Begrüßung der Anwesenden durch den Hauptmann unserer Feuerwehr, Herrn Franz Gabauer, hielt Pfarrer Anton Christian eine auf die Feier bezughabende Ansprache und schloß mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf Seine Majestät Kaiser Franz Joseph I., den wärmsten Gönner und Förderer des Feuerwehrwesens. Bürgermeister, Herr Leopold Wieder überreichte hierauf im Namen der Gemeinde mit Worten der Anerkennung Herrn Seidler eine sehr schöne silberne Taschenuhr, wofür derselbe den herzlichen Dank aussprach. Wir alle wünschen, daß der Feuerwehrjubilar noch viele Jahre der ihm zuteil gewordenen Auszeichnung sich erfreuen möge." schrieb die St. Pöltner Zeitung am 12. Dezember 1912 (Stadt- und Landbote) auf der Seite 11.

23.10.1913

Ausrückung mit dem pferdebespannten Hydrophor in die Nachbarsgemeinde Kirchberg an der Pielach. Beim Brand des Hauses "Unter-Pierzlberg" (Markt 4 - heute "Reidies/Weinwurm" Soisstraße 7) konnte durch den tatkräftigen Einsatz der Feuerwehren Kirchberg/Pielach, Rabenstein/Pielach und Frankenfels die Einrichtung und der ganze vordere Trakt samt Mühle gerettet werden. Leider sind alle Schweine und der gesamte Futtervorrat verbrannt.
28.07.1914 Beginn des ersten Weltkrieges. Auch die Sorge um die Feuerwehr war naturgemäß vorhanden.
1914 - 1918 Über das Feuerwehrgeschehen während des 1. Weltkrieges sind leider keine Aufzeichnungen vorhanden, jedoch konnten noch mündliche Überlieferungen gesammelt werden.
Herbst 1914
Das Gehöft "Sooß" im hinteren Weißenbachtal (Weißenbach 4, Gemeinde Plankenstein) steht im Vollbrand. Auch die Frankenfelser Feuerwehr half.

01.02.1915

Der Straßenverkehr wurde von rechts auf links umgestellt. Trotz einer 3-monatigen Ankündigungsfrist rechnete man mit Anfangsschwierigkeiten. Daher gab es die interne Anordnung in der Frankenfelser Feuerwehr, dass bei einer Einsatzfahrt mit dem pferdebespannten Löschfahrzeug der Hornist noch mehr, wie bisher, Hornsignale geben muß.
19.02.1915 Unfall beim Bahnübergang "Schrambachgraben". Um 16:45 Uhr überfuhr der Zug 17 vier Kinder. Ein acht Jahre alter Schulknabe wurde getötet, bei den anderen gab es zwei schwer und ein leicht verletztes Kind.
April 1915 Brand des Bauernhauses "Eibenstäcken" ("Eibensteck"), Übergangrotte 4.
Man erzählt, dass ein Blitzschlag die Brandursache war.
04.08.1915
Feuerwehrmann Josef Spießlechner in Italien gefallen.
1915
Weiters ist leider auch Feuerwehrmann Johann Ringlhan in diesem Jahr im Krieg gefallen.
1916 "Mitternestelberg", Ödrotte 3, abgebrannt. Eine Person erzählt, dass dieser Brand bereits im Jahre 1915 stattfand. Jedoch wird mehrheitlich von 1916 gesprochen.
06.05.1917
Josef Lechner wird Feuerwehrhauptmannstellvertreter.
19.09.1917 Josef Bruckner sen. verstorben. Er war Gründungsmitglied der FF Frankenfels.

11.04.1918

Arbeitsunfall am Bahnhof Laubenbachmühle. Der 18-jährige Stationsarbeiter August Palmetzhofer wurde von einer Maschine überfahren und getötet.
Die Bergung des Toten übernahm die Feuerwehr.

11.11.1918

Ende des ersten Weltkrieges.
Fünf Feuerwehrmitglieder sind im Krieg "für Gott, Kaiser und Vaterland" gefallen. Folgende Feuerwehrmänner kehrten leider lebend nicht mehr heim: Josef Bruckner jun. (verhungert), Johann Ringlhan, Franz Seidl, Josef Spießlechner und Johann Widder.
19.03.1919 Brand des Gehöftes "Unterwies" (Besitzer: Ferdinand Wegerer), Weißenburggegend 6. Auch die Kirchberger Feuerwehr erschien und half kräftig mit. Die St. Pöltner Zeitung berichtete bereits am Folgetag.
01.05.1919 Der 1. Mai wird Staatsfeiertag. Ab nun muß bei geplanten Feuerwehrveranstaltungen am Jubiläumstag der FF Frankenfels dies rechtzeitig mit dem "1. Mai - Veranstalter" in Abstimmung gebracht werden.
Mitte 1919
Der Bäckermeister Josef Lechner leitet ab nun den Verein, er ist Hauptmann.

29.03.1920

Obwohl die FF Frankenfels nicht zum Großbrand nach Wilhelmsburg gerufen wurde, beschäftigte dieses Ereignis die Frankenfelser Bevölkerung. Von dem Brande sind 88 Hausnummern betroffen, wovon 33 Wohnhäuser vollständig abgebrannt sind, bei 5 Häusern haben die Nebengebäude bedeutenden Schaden erlitten. Es entstand bei insgesamt 157 Parteien mit 516 Personen große Schäden. Ein Großteil der Parteien musste wegen Einsturzgefahr delogiert werden. Zirka 60 Parteien mit ungefähr 200 (!) obdachlose Personen wurden notdürftig untergebracht.
Eine Benefizveranstaltung wurde in Frankenfels am 13. Juni abgehalten.
11.07.1920 Bei der Neuwahl ergibt sich folgendes Ergebnis:
Gastwirt Josef Schafhuber ab heute Hauptmann und Engelbert Hölzl sein Stellvertreter.
07.11.1920
Tödlicher Jagdunfall eines Bauernsohnes im Weißenbachtal. Totenbergung durch die Feuerwehr.
08.12.1920 Es wurde eine "Theatergruppe der FF Frankenfels" durch Herrn Lehrer Josef Fuchs organisiert. Die Aufführung ist für Silvester geplant.
31.12.1920
Die erste Theateraufführung war schon ein Erfolg und brachte Geld in die leere Vereinskasse. Die Freude in der Feuerwehr war groß.
24.01.1921 Tödlicher Arbeitsunfall in der Feilenhauerei Franz Scheffel ("Klein-Boding" - Pernarotte 5).
Die Feuerwehr übernahm die Totenbergung.
31.01.1921 Simon Wurzenberger verstorben. Er war Gründungsmitglied der FF Frankenfels.
Februar 1921
Nach mehrjähriger Pause fand wiederum ein Feuerwehrball statt, zu dem die Kirchberger Kapelle Herzog aufspielte. Hauptmannstellvertreter Engelbert Hölzl, ein aktives Mitglied dieser Musikkapelle, spielte als Klarinettist kräftig mit.
06.03.1921
Neuer Schriftführer wird Herr Anton Pögner, junior.
19.03.1921 Brand des Gasthauses Kreuztanne (Kreuztanne 8, Gemeinde St. Anton an der Jeßnitz) in Winterbach.
24.03.1921 Fünf Tage danach: Das Gasthaus Koller in Winterbach (Wohlfahrtsschlag 34, Gemeinde St. Anton an der Jeßnitz) steht in Flammen.
02.07.1921 Die Feuerwehr wurde zu einem tödlichen Arbeitsunfall eines Eisenbahners alarmiert.
31.08.1921
Frau Maria Schafhuber verstorben. Sie war die erste Feuerwehrpatin in Frankenfels. Beim "Großen Hydrophor auf Pferdezug" übernahm sie im Herbst 1898 die Patenschaft.
08.09.1921 Brand bei Haus "Anton Riedl – Vorder-Predenbach“, Übergangrotte 12.
01.10.1921 Gründungsversammlung des "Naturalien-Unterstützungsvereins bei Brandschaden".
Es handelt sich um einen bäuerlichen Verein unter dem Vorsitz des Bürgermeisters.
03.10.1921 Das Gehöft "Breitenauslauf“ in der Laubenbachgegend 7 (Besitzer: Ignaz Hochreiter) brennt.
04.11.1921 Die geringe Effizienz der Löschrequisiten (2 Hydrophore) zeigte sich mehr und mehr bei den bisherigen Brandbekämpfungen als wirklich nicht ausreichend. Es wurden daraufhin ein "Motorspritzenfond“ und ein "Requisitenfond" gegründet. Die Gemeinde stellte sich mit 4000 Kronen Anfangskapital ein.
15.11.1921 Aus dem Protokoll des Naturalien-Unterstützungsvereins bei Brandschaden geht hervor, dass diese Frankenfelser Organisation bereits aus 183 (!) Mitgliedern besteht.
28.11.1921
Nachdem der Lehrer Josef Fuchs, er war der Regisseur bei der Theatergruppe der Feuerwehr, am heutigen Tage Frankenfels verlässt, wird jemand für die Spielleitung gesucht.
03.01.1922 Gemeindeausschusssitzung (Gemeinderatssitzung). Im Protokollbuch ist folgendes u.a. niedergeschrieben: "Dem Ansuchen der Freiwilligen Feuerwehr betreffend die Vornahme verschiedenen Reparaturen im Gerätehaus wird entsprochen und wird Herr Gemeinderat Hölzl als Hauptmannstellvertreter ersucht, das Erforderliche veranlassen zu wollen."
05.02.1922
In der alten Chronik ist zu lesen:
5. Februar 1922   -   Einige Feuer- und Rettungsuniformen wurden angekauft.
15.02.1922
Franz Tuder verstorben. Er war Gründungsmitglied der FF Frankenfels.
02.04.1922
Franz Gabauer wird für 25-jährige Mitgliedschaft dekoriert.

16.04.1922

Beim Leichenbegräbnis des ehemaligen Bürgermeisters Josef Fahrnberger, Besitzer des Gutes "Fuchstein", rückte die Feuerwehr und der Veteranenverein aus - berichtete die St. Pöltner Zeitung am 27. April im Beiblatt auf Seite 10.
07.05.1922
Ein Musikfond wurde gegründet.

15.07.1922

Die Niederösterreichische Landesbahn (NÖLB) übergab die Mariazellerbahn an die Österreichischen Bundesbahnen (damals: BBÖ). Die Stromversorgung der Bahnlinie ging auf die Niederösterreichischen Elektrizitätswerke AG (NEWAG) über. Es hatte aber nur geringe Auswirkungen auf das Feuerwehrwesen.

22.07.1922

Festliche Glockenweihe am Tag der Kirchenpatronin. Die zweitgrößte Glocke wird auf den Namen "Florian" getauft. Sie soll Frankenfels vor Bränden und Naturkatastrophen beschützen.
Es wurde eine Läuteordnung auch für die Alarmierung der Feuerwehr festgelegt:
"Man beginne mit der Florianglocke, nach zirka 10 Sekunden solle ohne Pause mit allen Glocken gleichzeitig dazu geläutet werden. Bis zum Wegfahren der Feuerwehr solle das Geläute dauern, dann ist mit allen Glocken, ausgenommen Florian, zu beenden. Diese Kirchenglocke müsse übergangslos noch einige Minuten - zum Schutz der Feuerwehrmänner - nachläuten."

02.08.1922

Schwere Schäden an Häusern und auf den Feldern durch großes Eishagelwetter in Frankenfels. "Es waren nussgroße Hagelkörner und 3/4 Meter hohe Eisschlossenhaufen" ist in der Chronik des Gendarmeriepostenkommandos Kirchberg/Piel. zu lesen. Mehrere Feuerwehreinsätze waren die Folge.
Herbst 1922
Die jährliche Inflationsrate betrug bereits 1733 Prozent! Die Pläne von der Motorkraft (Feuerwehrauto, Motorspritze) scheinen sehr schwer realisierbar zu sein. Da aber der technische Fortschritt unbedingt für notwendig erachtet wird, wurde eifrigst weiter gespart und man versuchte mit Theaterveranstaltungen, Sonnwendfeuer und Blumenkirtag Geld hereinzubringen. Sogar ein Feuerwehrkirtag beim Bezirksfeuerwehrtag 1927 ist geplant.
29.12.1922 In der Gemeindeausschusssitzung wurde unter anderem beschlossen, dass beim kommenden Feuerwehrball die 10 prozentige Lustbarkeitsabgabe an die Gemeinde nachgelassen wird.
18.01.1923 Ausgiebige Neuschneemenge in Frankenfels. Straßen- und Bahnverkehr kamen zum Erliegen.

25.01.1923

Die St. Pöltner Zeitung schreibt auf der Seite 9: Der Bürgermeister nimmt zum Streit zwischen der Feuerwehr und dem Gesangsverein Stellung - Die hiesige Landbevölkerung weiß die verdienstvolle Wirksamkeit der Feuerwehr voll zu schätzen. Er verurteilt aufs schärfste alle Handlungen, welche das friedliche Einvernehmen unter der Bevölkerung stören.
18.03.1923 Theaterabend der Feuerwehr mit "Der Sonntagsjäger", "Der schöne Jochen" und "Der Moarhof entern Berg". Die neue Spielleitung des Theaters liegt in den Händen des Herrn Lehrers Leopold Friewald.
08.04.1923 Das Bienenhaus des Herrn Alois Wegerer brennt zur Gänze ab. Durch den raschen Feuerwehreinsatz konnte das sehr nahegelegene (laut alte Chronik: Nur 10 Schritte entfernt!) Wirtschaftsgebäude des Gasthauses Schafhuber, Markt 5, gerettet werden.
14.07.1923 40 Jahre FF Frankenfels: Fackelzug und Fackeltanz am Abend.

15.07.1923

40 Jahre FF Frankenfels: Kirchgang, Einweihung der Krieger-Gedenktafel, Frühschoppen, Empfang der Festgäste, Dekorierung der Gründer, Schul- und Schauübung, Festrede, Festzug, Gartenkonzert und Tanzkränzchen. Die St. Pöltner Zeitung berichtete darüber in ihrer Ausgabe vom 2. August auf Seite 9.
29.07.1923
Großfeuer in Rabenstein. Neben vielen Feuerwehren rückten auch die Frankenfelser mit dem pferdebespannten Hydrophor an. "Brandausbruch in der ehemaligen Mühlbachersäge (Eigentum der Firma Süßmann) um zirka halb 12 Uhr, große Trockenheit und Nordwestwind, Brandausbreitung auf eine 150 Meter entfernte Häusergruppe (darunter zwei Strohdächer - sie waren nicht mehr zu retten), weiterer Brandübergriff auf mehrere Häuser in 300 Meter Entfernung, der ganze Markt war äußerst gefahrdrohend, ..." - berichtete die Fachzeitschrift "Mitteilungen des n.-öst. Landes-Feuerwehrverbandes" in der Augustausgabe auf den Seiten 3 und 4.
Neben der Ortswehr Rabenstein rückten die Feuerwehren Kirchberg an der Pielach, Frankenfels, Hofstetten, Weinburg, Ober-Grafendorf, St. Pölten, Wilhelmsburg, Göblasbruck, Traisen, Schrambach, Kilb, Bischofstetten, St. Leonhard und Loosdorf an und kämpften unermüdlich. Auch von übrigen Feuerwehren trafen vereinzelt Feuerwehrmänner ein. Sogar die Reichswehrkapelle des Kremser Infanterieregimentes Nr. 6 kam und half mit. Der Großbrand konnte um zirka 3 Uhr nachmittags an allen drei Stellen lokalisiert werden. Bei vier Häusern wurde mit äußerster Anstrengung das Feuer abgehalten. Bei weiteren sieben Gebäuden konnte das Flugfeuer abgewehrt werden. Leider fielen die Säge und fünf Häuser dem Brand zum Opfer. Es waren 25 Wehren mit insgesamt zirka 500 Mann erschienen. An Gerätschaften wurden 26 Spritzen gezählt.
Sommer 1923
Neuerlich wurde ein Vorstoß unternommen, um eine eigene Rettungsabteilung bei der FF Frankenfels zu installieren. Anweisungen sollte Gemeindearzt Dr. Viktor Pilger geben.

14.08.1923

Vollbrand des Wohnhauses Kindl am Areal "Ledererhaus – Rosenbühelrotte 7“. In der Chronik des Gendarmeriepostenkommandos Kirchberg/Piel. ist folgendes dokumentiert: "Dank dem Frühzeitigen Eingreifen der Frankenfelser Feuerwehr konnte eine Ausbreitung verhindert werden". Sogar die Kirchberger Feuerwehr rückte per Pferdewagen an und half kräftig mit.
Da das Haus auf 480 Millionen Kronen versichert war, wird "Brandlegung durch den Besitzer" vermutet.
04.11.1923 Bei der Einweihung des Kriegerdenkmals steht die Feuerwehr Spalier.
31.12.1923 Die St. Pöltner Zeitung berichtet von einer "Disharmonie" zwischen Feuerwehr und Gesangsverein, der gleichzeitig mit der Feuerwehr-Silvesterfeier eine Konkurrenzveranstaltung abhält.
31.12.1923
Zum Jahresabschluss zählte man 132 (!) unterstützende Mitglieder.
07.02.1924 Starker Schneefall und Schneeverwehungen in Frankenfels. Der Zugverkehr war bis 10. Februar eingestellt.

12.12.1924

Die neue Schilling-Währung wird eingeführt. Ein Schilling entspricht 10.000 Papierkronen! "Galoppierende Inflation" wurde damals die enorme Geldabwertung genannt.
Ein Beispiel: Im Jahre 1921 stiegen die Lebenserhaltungskosten um 573 Prozent!
Auch für die Feuerwehr war es schwierig, sich weiter zu entwickeln. Man machte sich große Gedanken, wie die Feuerwehrfinanzen verbessert werden könnten. Vielleicht wieder mit Theaterspielen?

23.04.1925

Die Firma RAL GmbH wurde in Berlin gegründet und beschäftigte sich mit einheitlichen Farbtönen. Bereits 1927 erschien eine RAL-Farbkarte mit vierstelligen Nummern. Lediglich die Tarnfarben bekamen 3-stellige Nummern. Um 1940 wurde das vierstellige System umgestellt und ist bis heute unverändert. Die grundsätzliche Farbe der Feuerwehrfahrzeuge ist ab nun mit "RAL 3000 - Feuerrot" fixiert.

26.08.1925

Starke Unwetter dauerten von 09:00 bis 19:00 Uhr. Blitzeinschlag im Haus "Stampfgartl" - Markt 2, glücklicherweise ohne Brandausbruch. Durch das Hochwasser wurde in "Pielachleiten" - Pielachleitengegend 1 - eine Eisenbahnnotbrücke und beim "Kalteis-Schmied" - Lehengegend 32 - die Wasserstauanlage, das Wasserrad und ein Teil der Werkstätte weggerissen. Am Frankenfelsberg wurden mehrere Felder durch Abreißen des Erdreichs stark beschädigt. Mehrere Feuerwehreinsätze (größtenteils Sicherungsarbeiten) waren erforderlich.
Dez. 1925
Die bevorstehenden Theateraufführungen leitete die Schuldirektorsgattin Berta Hippmann. Sie wurde dabei von ihrem Mann und vor allem von ihrer Schwester Marie Hoffmann, eine ausgebildete Schauspielerin, unterstützt.
31.12.1925 Theaterabend der Feuerwehr mit dem Stück " ´n Ahnl sein Geist ". Wiederholung am 5. und 6. Jänner 1926.
15.01.1926 Brand des Wohnhauses František Kristek, Hofstadtgegend 21, welcher das Objekt bis auf das Mauerwerk einäscherte. Die St. Pöltner Zeitung berichtete über dieses Ereignis am 4. Februar.
16.01.1926 Am Feuerwehrball nahmen neben der einheimischen Bevölkerung auch sehr viele auswärtige Gäste teil.

03.07.1926

Um die Zusammengehörigkeit der Feuerwehrmänner nach außen zu zeigen wurde ein Zivilabzeichen geschaffen. Die zwei auseinandergedrehten "F" stehen für "Freiwillige Feuerwehr" und knüpfen an das Turnerkreuz an.
Ein solches Abzeichen ist im heutigen Feuerwehrmuseum zu sehen.

04.07.1926

Durch einen ergiebigen Wolkenbruch führen Predten-, Fisch- und Redtenbach in der Mittagszeit starke Hochwasser. Große Überschwemmungen und Vermurungen waren die Folge. Die Wohnhäuser "Groß-Reintal / Prack" - Fischbachmühlrotte 3 und das "Rottensteinerhäusl" - Rosenbühelrotte 19 wurden schwer beschädigt. Die Feuerwehreinsätze dauerten bis in die Abendstunden. Der Bezirkshauptmann versprach Zuwendungen für die Meistbedürftigten, aber auch für die Instandsetzung der Bachläufe und Wege.
25.07.1926 Bei der offiziellen Eröffnung (verbunden mit einer Segnung) des neuerrichteten Erholungsheimes in der Rosenbühelrotte 7 war auch die Feuerwehr durch eine Abordnung vertreten. Bei diesem Großereignis waren auch ungefähr 300 Festgäste aus Wien angereist!
17.10.1926 Anton Niederer verstorben. Er war Gründungsmitglied der FF Frankenfels.
Herbst 1926 Zwei Brände: "Mühlhäusl“ (Besitzer: Michael Labenbacher) in der Tiefgrabenrotte 13 und ein weiterer Brand vernichtete die komplette Gerberei (bereits seit dem Brand im Jahre 1923 stillgelegt ) und einen Schuppen beides beim Ledererhaus in der Rosenbühelrotte 7.
04.11.1926
Es folgte ab nun ein höherer Versicherungsschutz für alle Feuerwehrmitglieder.
31.12.1926 Beim Feuerwehr-Theaterabend spielte man "Liebesgschichten und Heiratssachen". Und Wiederholung am 5. und 6. Jänner 1927.
16.02.1927 Im Wald des Gehöftes Klein-Bernreit wird eine weibliche, teilweise verweste Leiche gefunden. Weil ein Trommelrevolver dabei lag, wird Selbstmord angenommen. Totenbergung durch die Feuerwehr. Bericht in der St. Pöltner Zeitung am 24. Februar, Seite 10.
In einem weiteren Zeitungsbericht ("Der Tag" vom 24. Februar 1927, Seite 5) geht hervor, dass man annimmt, die Unbekannte, eine ältere Frau, ist vermutlich Bianche Jardinier, eine Krankenpflegerin aus Paris, Sie war zuletzt in Wien, 4. Bezirk, Goldeggasse, gemeldet.
24.05.1927 Holzarbeiter entdecken auf einer Viehhalde in Laubenbachmühle ein menschliches Skelett.
Auch hier wurde die Bergung von der Feuerwehr übernommen.

29.05.1927

Versammlung! Bericht: Der Verein zählt 31 Mitglieder.
Es wurde beschlossen:
.) dass die Theateraufführungen auch zu Pfingsten stattfinden          und
.) dass bei der Fronleichnahmsfeier alle Feuerwehrmänner
   stramm und in blanker Uniform teilzunehmen haben.
05.u.06.06.1927 Je eine Feuerwehr-Theateraufführung "Jägerblut" im Gasthaus Schafhuber.
Die St. Pöltner Zeitung schrieb am 23.06.1927 auf der Seite 10 dazu:
"Gespielt wurde mit einer Gewandtheit und Frische, die sowohl große Geschicklichkeit wie auch volle Erfassung des Spieles von Seite der Spielenden voraussetzte."
23.06.1927
Die Feuerwehr hält ein Sonnwendfeuer in Frankenfels ab.
30.07.1927
Wiederholung der Feuerwehr-Theateraufführung "Jägerblut" im Gasthaus Schafhuber.
31.07.1927
Der große Besucherandrang bei den bisherigen Feuerwehr-Theateraufführungen des Stücks "Jägerblut" verlangte eine nochmalige Aufführung im Gasthaus Schafhuber.
13.08.1927 Am Abend wurde ein Fackelzug und danach ein Fackeltanz als Auftakt für den am nächsten Tag stattfindenden Bezirksfeuerwehrtag abgehalten.

14.08.1927

Bezirksfeuerwehrtag in Frankenfels. Programm: Weckruf, Feuerwehrkirtag, Platzkonzert, Empfang der Festgäste, Schauübung beim Schulgebäude, Ehrungen, Festzug zum Feuerwehrkirtag, Belustigungen, Verbandssitzung und anschließend ein Tanzkränzchen am Abend.
In der Verbandszeitung "Mitteilungen des n.-öst. Landes-Feuerwehrverbandes." ist in der Oktoberausgabe 1927 auf der Seite 3 zu lesen:
Der Bezirksverband Kirchberg an der Pielach hielt seinen Verbandstag in Frankenfels ab. ... Nachmittags 2 Uhr begannen die Übungen der Feuerwehr Frankenfels, die von der Bevölkerung mit Befriedigung verfolgt wurden. Der Autolöschzug der Feuerwehr Kirchberg a. d. Piel. zeigte den Angesammelten den Wert und die Leistungsfähigkeit einer größeren Motorspritze. Hierauf folgte die Ehrung der beiden Feuerwehrleute Tuder und Kalteis, die seit 25 Jahren bei der Feuerwehr Frankenfels tätig sind. ... Um ein viertel 5 Uhr begaben sich die Versammelten auf den Festplatz, wo reges Leben und Treiben bis in die Nacht hinein herrschte.

11.09.1927
Beginn der Ausbildung von fünf Frankenfelser Feuerwehrmännern für die geplante Rettungsabteilung.
Sept. 1927
Je eine Motorspritzenvorführung von der Wiener Firma Kernreuter und von der Linzer Firma Rosenbauer.
02.10.1927 Inbetriebnahme des feuerwehreigenen Ringelspiels. Es wurde ein Grundgerüst angekauft und der sehenswerte Aufbau war ein zeitraubender Eigenbau der Feuerwehr Frankenfels! Bei den örtlichen Festen, wie Kirtag, Firmung, Blumentag, Weinlesefest und vieles mehr, sorgte es für große Belustigungen und bildete eine Sensation im oberen Pielachtal. Gelegentlich wurde es auch in Schwarzenbach/Pielach aufgestellt.
13.10.1927
Landes-Feuerwehrtag in St. Pölten. Es wurde unter anderem beschlossen, dass ab 1. Jänner 1928 alle neu eintretenden aktiven Mitglieder, welche noch nicht über 50 Jahre alt sind, der Sterbekasse des niederösterreichischen Landes-Feuerwehrverbandes beitreten müssen.
31.12.1927 Und wieder: Das Stück "Jägerblut" wurde beim Theaterabend der Feuerwehr aufgeführt.
08.01.1928
Endlich sind die finanziellen Mittel vorhanden, es wurde die erste Motorspritze gekauft. Sie hat die Pumpenbezeichnung "H 50/3", ist mit einem 15 PS starken Breuer-Motor ausgestattet und weist eine Förderleistung von 600 Liter pro Minute auf. Die Beschaffung erfolgte von der Firma Konrad Rosenbauer aus Linz an der Donau um 5600 Schilling. Umfangreiche Maschinisten-Schulungen sind die Folge. Die Segnung ist für Mitte Mai 1928 geplant.
29.01.1928
An das Bezirksfeuerwehrkommando St. Pölten wurde ein Bericht über das kurz erprobte Sauerstoffatmungsgerät vorgelegt.
13.02.1928 Franz Hölzl verstorben. Er war Gründungsmitglied der FF Frankenfels.
15.02.1928 Straßenüberflutungen durch Hochwasser. Absperrungen durch die Feuerwehr.
01.03.1928 Vollversammlung der Feuerwehr mit ausführlichem Rechenschaftsbericht. Man hofft auf weiterhin gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde - war in der St. Pöltner Zeitung am 15. März auf Seite 11 zu lesen.
01.04.1928 Die Gemeinde hat beschlossen, dass die Zusatzversicherung für die Feuerwehrmänner nicht mehr bezahlt wird. Daher muss ab sofort jedes Feuerwehrmitglied selbst für diese Kosten aufkommen.
06.05.1928
Für die Rohrführer wurde eine Regenschutzbekleidung und für den Maschinisten ein Schlosseranzug angekauft.
13.05.1928
Die Feuerwehr Frankenfels gibt dem Bezirksverband St. Pölten für den "Festkalender" hinkünftig alle Veranstaltungstermine bekannt.
17.05.1928 Unsere erste Motorspritze wurde mit der Segnung offiziell in Betrieb genommen. Spritzenmutter war Frau Margarethe Pilger (Gattin des Gemeindearztes). Es folgten mehrere Spritzenvorführungen (Schauübungen) im Markt.
Diese Rosenbauer-Pumpe, welche mit einem zuverlässigen Breuer-Motor der Firma Carl Breuer - Motoren GmbH & Co mit Firmensitz in Bochum (Deutschland) ausgestattet ist, befindet sich heute in unserem Feuerwehrmuseum.
24.05.1928
Firmung in Frankenfels durch den St. Pöltner Diözesanbischof Michael Memelauer. Hiezu rückte auch die Feuerwehr aus. Zur Belustigung wurde im Gastgarten Schafhuber das feuerwehreigene Ringelspiel aufgestellt.

26.05.1928

Natters, Laubenbach und der Kohlangerbach führen Hochwasser. Gasthaus und Sägewerk Laubenbachmühle ("Gabauer") - Laubenbachgegend 3 und die Höllgrabenstraße erlitten große Schäden. Die Feuerwehreinsätze dauerten bis in die Abendstunden des Folgetages.

30.05.1928

Gründung einer Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Frankenfels. Die Feuerwehrkameraden Hans Dieringer, August Enner, Adolf Neubauer, Johann Preiser und Adolf Schweighofer bilden somit eine eigene selbständige Sanitätstruppe und wurden bereits durch den Gemeindearzt Dr. Viktor Pilger eingehendst geschult. Sie tragen ab nun auf dem linken Ärmel eine weiße Armbinde mit rotem Kreuz. Bei der Gründungsfeier waren auch der Bürgermeister Josef Schagerl und Pfarrer Anton Christian anwesend. Diese Feuerwehr-Sanitätstruppe ist unter "Geschäftsstelle des Roten Kreuzes Kirchberg an der Pielach" geführt. Als Ziel galt, eine flächendeckende Erste Hilfe - Leistung und auch eine ärztliche Notversorgung im Gemeindegebiet auszuüben.
24.06.1928
Der Feuerwehrkirtag in Verbindung mit dem Feuerwehrfest bewirkte auch großen Andrang beim Ringelspiel.
06.07.1928 Schwerer Hagelschlag gegen 17 Uhr. Die Hagelkörner hatten bis zu 60 Millimeter Durchmesser!
Mehrere Feuerwehreinsätze (vorwiegend Räumarbeiten auf Straßen und Wegen).
15.07.1928
Der Gemeinderat hat eine Feuerlöschordnung für Frankenfels beschlossen.
28.07.1928
Franz Schenke in Tulln verstorben. Er war Gründungsmitglied und von Beginn an bis November 1889 Hauptmannstellvertreter (in den ersten Jahren auch "Ersatzmann" genannt) der FF Frankenfels.
Beim Begräbnis am 30. Juli in Kirchberg an der Pielach war es Pflichterfüllung, dass eine große Abordnung der Frankenfelser Feuerwehr anwesend ist.

08.08.1928

Großer Brandeinsatz im hinteren Weißenbachtal. Das Gasthaus Klattner - auch "Gloder" genannt (Gemeinde Plankenstein, Weißenbach 3) steht in Flammen. Die Feuerwehren Frankenfels, Texing-St.Gotthard und Kirchberg an der Pielach waren vor Ort und kämpften erfolgreich gegen die Ausbreitung.
Sept. 1928

Erstes Feuerwehrauto (Typ FIAT 2 DR) wurde angekauft. Es war ein gebrauchtes Fahrzeug.
Einige technische Daten:
   Baujahr 1924
   Man erzählt, dass der Vorbesitzer ein "Zirkusmann" war.
   Eigengewicht: 1680 kg   /   Zulässiges Gesamtgewicht: 2480 kg
   Länge: 3950 mm   /   Breite: 1980 mm   /   Höhe: 1700 mm
   Vierzylinder-Viertaktmotor mit 3817 cm3 und 35 PS
   Motor-Nummer: 940
   Polizeiliche Kennzeichen: B-XVII??
   50 km/h Höchstgeschwindigkeit
Als erster Chauffeur wurde Rupert Plasch eingeteilt.

07.10.1928
Hauptmann Josef Schafhuber mahnt den Chauffeur und die Motorspritzenführer, dass nach jeder Ausfahrt Fahrzeug und Gerät einsatzbereit abzustellen sind.
03.03.1929 Generalversammlung! Berichte: 1928 waren 3 große Einsätze zu verzeichnen; es waren dies der Großeinsatz beim Gasthaus Klattner und ein weiterer Brand im Staudachhof in Schwarzenbach an der Pielach, sowie der Hochwassereinsatz zu Pfingsten 1928.
Weiters wurde auf die vorhandenen Vereinsschulden von 2000 Schilling, vorwiegend wegen dem Autokauf, hingewiesen.
Bei der Wahl werden Josef Schafhuber und Engelbert Hölzl bestätigt.
05.03.1929 Johann Schaider verstorben. Er war Gründungsmitglied und von 17. Juli 1892 bis 9. Jänner 1901 Hauptmann der FF Frankenfels.

14.04.1929

Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr im Gasthof Josef Schafhuber. Zur Tilgung der Vereinsschulden wird ein Darlehen aufgenommen.
Im gleichen Lokal (Extrazimmer) wurde zeitgleich die Heimwehr-Ortsgruppe Frankenfels gegründet. Diese Gründungsversammlung endete noch vor der Feuerwehr-Hauptversammlung. Anschließend wurde stundenlang auf die Feuerwehrmänner politisch eingewirkt. Die parteipolitischen Einflüsse waren leider auch bei der Feuerwehr vermehrt spürbar.

18.05.1929

Zugsunglück der Mariazellerbahn im Sautal. Auf dem Buchgrabenviadukt (Gemeindegebiet Puchenstuben) entgleist ein talwärts fahrender Güterzug. Durch das große Getöse wurde angenommen, dass es Verletzte bzw. Tote geben könnte. Die Feuerwehr Frankenfels wurde alarmiert und die Rettungsabteilung rückte aus. Entwarnung vor Ort: Zum Glück keine Toten und auch keine Verletzungen, nur großer Sachschaden.
26.05.1929
Die Gemeinde bewilligt die Einschulung von drei Chauffeuren. Diese müssen jedoch vorher vom Gemeindearzt untersucht werden.
Außerdem wird gemahnt, dass im Verein keine Politik gemacht werden darf.
Juni 1929
Bereits im Juni 1929 gab es heftige Differenzen wegen politischer Äußerungen einiger Mitglieder.
06.07.1929 Genau nach einem Jahr gibt es wieder ein schweres Hagelunwetter. Viele Dächer wurden stark beschädigt. Die Feuerwehr half bei mehreren Häusern.
07.07.1929
Das mittlerweile sehr reparaturanfällig gewordene Ringelspiel wurde um Schilling 200,- an die FF Schwarzenbach an der Pielach verkauft.
14.07.1929
Der Schriftführer, er war ein Sozialdemokrat, wurde wegen politischen Äußerungen aus dem Verein ausgeschlossen.
03.11.1929
Mehrere Austritte waren zu verzeichnen. Zwei Feuerwehrmänner (Sozialdemokraten) wurden sogar unter Gendarmeriedrohung vom Verein ausgeschlossen.
15.12.1929 Der "Naturalien-Unterstützungsverein bei Brandschaden" berichtet in seiner Vollversammlung, dass seit dem Bestehen (01.10.1921) bereits in elf Fällen Mitgliedern nach Bränden geholfen worden sei.
31.12.1929 "Mutterliebe oder der Sturz in den Höllengraben" und "Der Döböbauern-Stöffö beim G´richt" wurden beim Theaterabend der Feuerwehr gespielt. Wiederholungen am 5. und am 6. Jänner 1930.
16.01.1930 Die St. Pöltner Zeitung berichtet auf Seite 12, dass es beim Theaterabend der Feuerwehr an allen drei Tagen einen noch nie dagewesenen Riesenbesuch gab.
02.02.1930
Heftige Differenzen gab es wegen dem verkauften Ringelspiel (Verkaufsgrund ? Und wo ist das Geld ?).
06.04.1930
Bericht des Hauptmanns: Nur mehr neun Mitglieder zahlen in die Sterbekasse ein.
21.06.1930 Waldbrand infolge eines Sonnwendfeuers - Nähe der Ortschaft Frankenfels.
13.07.1930
Ein Probejahr wird in der Feuerwehr eingeführt.
17.07.1930 Der Hof "Bodingbauer - Groß-Boding", Pernarotte 4, brennt zum zweiten Mal. Auch die FF Kirchberg/P. rückte an und gab ihr Bestes. Mündlich wurde überliefert, dass durch den lobenden Einsatz der Feuerwehr die Mauern stehen blieben und der Aufbau dadurch wesentlich erleichtert wurde. Die Volkswacht schreibt am 24. Juli, dass es Brandstiftung war.
17.08.1930 Beim Jubiläum "50 Jahre FF Kirchberg/Piel." waren 28 Frankenfelser Feuerwehrmänner dabei.
22.08.1930 Ein Blitzschlag in der Nähe des Gehöftes Hausstein tötete vier Rinder.
Auch die Feuerwehr half bei der Tierbergung.
28.09.1930
Johann Dieringer, Viktor Hinteregger und Josef Lechner junior haben die Chauffeurprüfung für das Feuerwehrauto bestanden. Somit stehen mit dem 1. Chauffeur Rupert Plasch insgesamt vier Fahrzeuglenker zur Verfügung.
12.12.1930 Waldbrand unmittelbar neben der Gleisanlage der Mariazellerbahn in Unter Buchberg.
14.12.1930
Arbeitseinsatz am 3. Advent-Sonntag bei den Österreichischen Bundesbahnen (BBÖ) in Unter Buchberg. Die Feuerwehrmänner leisteten insgesamt 46 Stunden bei den Aufräumungsarbeiten. Es galt die Brandreste vom Flächenbrand am 12. Dezember 1930 zu entfernen.
31.12.1930 Theaterabend der Feuerwehr. Man spielte "Im Austragsstüberl".
01.03.1931
Die Sitzung wurde wegen heftige politische Streitereien abgebrochen. Der Hauptmann und sein Stellvertreter wollen die Ämter zurücklegen. Jedoch abschließend einigte man sich, dass nach einer Woche Bedenkzeit die Versammlung fortgesetzt werden soll.
08.03.1931
Fortsetzung der Sitzung vom 1. März 1931. Differenzen wurden beigelegt und alle Feuerwehrmänner nahmen ihre Arbeit wieder auf.

05.05.1931

Durch einen Brand in der "Schmelzhütten", Laubenbachgegend 10, wurden Haus und Wirtschaftsgebäude schwer beschädigt. Die Feuerwehr fand eine verkohlte Leiche. In der Chronik des Gendarmeriepostenkommandos Kirchberg/Piel. ist zu lesen, das diese Person den Brand gelegt habe.
17.08.1931
Neuerlich war eine Reparatur am Feuerwehrauto notwendig. Am Vormittag erfolgte die Abschlussarbeit.
Am Nachmittag: Ausrückung zu einem Unfall beim Kilometerstein 40. Ein PKW-Lenker verlor die Herrschaft über sein Auto, kam von der Straße ab und blieb am Uferbewuchs (Gebüsch und Bäume) der Natters hängen. Zum Glück gab es keine(n) Verletzten. Auch die feuerwehreigene Rettungsabteilung unter der Leitung des Sanitäters Johann Dieringer war vor Ort.
04.10.1931 Die Rettungsabteilung führt mit dem Feuerwehrauto einen Krankentransport nach St. Pölten durch.
Herbst 1931 "Kirchberg an der Pielach" wird als "Bezirksverband" benannt.
31.12.1931 Theaterabend der Feuerwehr mit dem Stück "Der Autowildling".
03.01.1932 Hochwasser in Frankenfels! Die Feuerwehr sperrte mehrere Straßen.

16.01.1932

Feuerwehrball. Das Komitee schrieb in ihrer damaligen Einladung: "Die Freiwillige Feuerwehr Frankenfels beehrt sich hiemit, Euer Wohlgeboren zu dem am Samstag, den 16. Jänner 1932 stattfindenden Feuerwehr-Ball im Gasthause des Herrn Anton Pögner in Frankenfels ganz ergebenst einzuladen und erbittet Ihren werten Besuch. Die Musik besorgt die Vereins-Kapelle Hözl. Eintritt per Person 1 Schilling. Beginn: 8 Uhr abends".
Eine solche Einladungskarte befindet sich zur Ansicht im heutigen Feuerwehrmuseum.

04.09.1932

Herr Hans Rögl, ein Wiener Architekt und Besitzer der Höfe Großwalz (Karrotte 7) und Kleinwalz (Karrotte 6), bemühte sich durch persönliche Vorsprache bei Feuerwehrhauptmann Josef Schafhuber und Bürgermeister Josef Niederer seine Idee "Im hinteren Weißenbachtal einen Zweigverein der Frankenfelser Feuerwehr zu gründen" durchzusetzen. Dies blieb ohne Erfolg.

19.12.1932

Das Ansuchen "Anbringung (Nachrüstung) einer maschinellen Anlassvorrichtung beim Feuerwehrauto Marke Fiat" wurde vom Amt der niederösterreichischen Landesregierung unter Zahl L.A.I/9f-8115 abgelehnt.
31.12.1932 Beim Feuerwehr-Theaterabend mit dem Ludwig Ganghofer - Stück "Der Herrgottschnitzer von Ammergau" gab es Massenbesuch. Daher wurde dieses Theaterstück am 5. und am 6. Jänner 1933 wiederholt.
12.03.1933
Eröffnung der Feuerwehr-Fachschule in Wiener Neustadt, Herrengasse 28 (später: Babenbergerring 6). Es ist somit eine Ausbildungsstätte für die niederösterreichischen Feuerwehren vorhanden, wo allen das gleiche Wissen vermittelt wird. Bisher gab es zum Teil unterschiedliche Ausbildungen auf Bezirksebene.

23.04.1933

An diesem Tag wurde das 50-jährige Gründungsfest im Gastgarten Schafhuber gefeiert. Es wurde unter anderem verkündet, dass seit der Gründung zu insgesamt 83 Bränden ausgerückt wurde und zur Zeit der Feuerwehrverein 33 Aktive und 60 unterstützende Mitglieder zählt. Für diese Jubiläumsveranstaltung wurden sogar eigens angefertigte Festabzeichen aus Metall angefertigt und verkauft. Eine solche Rarität ist im Feuerwehrmuseum zu besichtigen.

16.07.1933

Bezirksfeuerwehrtag in Frankenfels. Die anschließende Schauübung wurde wegen strömenden Regen frühzeitig abgebrochen. Es wurde spontan bekanntgegeben, dass dies in Form einer großen Übung nachgeholt wird.
27.08.1933 Die versprochene Großübung wurde abgehalten. Die Feuerwehren Frankenfels, Schwarzenbach an der Pielach, Kirchberg an der Pielach, Tradigist und Rabenstein zeigten eindrucksvoll eine Brandbekämpfung. Ein umfangreicher Bericht folgte in der Oktober-Ausgabe der Verbandszeitung "Mitteilungen des n.öst. Landes-Feuerwehrverbandes. Offizielles Organ des n.öst. Landes-Feuerwehrbeirates und des Verbandsausschusses."
04.11.1933
Es wurde festgelegt, dass die Feuerbeschau noch in diesem Jahr im gesamten Gemeindegebiet durchgeführt wird.
31.12.1933
Zweimal wurde das Stück "Der Herrgottschnitzer von Ammergau" beim Feuerwehr-Theaterabend gespielt. Jedes Mal war der Saal total überfüllt.

31.12.1933

Statistik 1933: 32 ausübende Feuerwehrmitglieder, davon gehören 20 Mann der Sterbekasse an. Es wurde im Jahre 1933 zu zwei Bränden auf der Bahnböschung und zu zwei Bränden im Weißenbachtal ausgerückt. Insgesamt 9 Übungen (6 Abteilungs-, 1 Gruppen- und 2 Gesamtübungen) wurden abgehalten.
21.01.1934 Beim Haus des Sattlers František Kristek, Hofstadtgegend 21, bricht ein Brand aus. Die Chronik des Gendarmeriepostenkommandos Kirchberg/P. dokumentiert, dass es Brandlegung durch den Besitzer war.

13.02.1934

Josef Kindl verstirbt 12 Tage nach seinem 92. Geburtstag in Tulln an der Donau. Er war Gründungsmitglied der FF Kirchberg/Pielach (28. März 1880), seit 5. Juni 1898 ein sehr aktives Mitglied bei unserer Wehr und wohnte bis 1923 (Brand am 14. August) als gelernter Lederer (Gerber) mit seiner Ehefrau beim Sohn - ab 1911 beim Schwager - im Ledererhaus, Rosenbühelrotte 7. Danach übersiedelte er nach Tulln, in die Albrechtsgasse 21. Er wurde als Schutz-Mann geführt und die Abmeldung bei unserer Feuerwehr erfolgte mit 3. November 1929.
März 1934 Bei der Generalversammlung der Feuerwehr wurde erwähnt, dass es im Berichtsjahr 1933 insgesamt vier Brände, zwei in der Nähe der Ortschaft Frankenfels und zwei im Weißenbachtal, gab. Nähere Angaben fehlen.
01.05.1934 Bei der Maifeier in Frankenfels mussten auch der Kameradschaftsbund und die Feuerwehr teilnehmen.
16.05.1934 Brand des Hauses "Steinhaufen" in der Wiesrotte 2. "Kurzschluss in der Lichtanlage" war die Ursache.
03.06.1934
Auch zum Leichenbegräbnis des Herrn Karl Wieland rückte die Frankenfelser Feuerwehr nach Schwarzenbach an der Pielach aus. Er war vom Gugans und ein beherzter Musiker in Frankenfels. Als Gründungsmitglied der Kapelle Hölzl ging er auch in die Geschichte ein.

31.12.1934

Beim Theaterabend der Feuerwehr wurden die Stücke "Liebe macht blind", "Eheglück 317" und "Eine fidele Gerichtssitzung" aufgeführt. Die St. Pöltner Zeitung berichtete: In dem guten Besuch und dem allgemeinen Beifall ist gewiß der gute Erfolg am besten zum Ausdruck gekommen.

31.12.1934

Statistik 1934: 32 ausübende (einschließlich Schutzmänner) Mitglieder, 60 unterstützende Mitglieder. Teilnahme bei einem Brand im Weißenbachtal. Insgesamt 13 Übungen (6 Abteilungs-, 1 Gruppen- und 6 Gesamtübungen).
19.01.1935 Feuerwehrball mit dem Salonorchester des "Christlich deutschen Turnvereines" aus der Nachbarsgemeinde Kirchberg/Pielach im Gasthaus Pögner.
Die St. Pöltner Nachrichten schreiben in ihrer Ausgabe vom 24. Jänner auf der Seite 10: "Die Kapelle Hölzl mit ihrem Streichorchester sorgte für gute Tanzmusik".
02.02.1935 Feuerwehreinsatz: Beim Bahnübergang "Rosenbühel" wurde ein Mann vom Zug erfasst und tödlich verletzt.

03.03.1935

Generalversammlung der Feuerwehr. Am Schluss entrichtete der Hauptmann ermunternde Worte an die Kameraden und gab der Hoffnung Ausdruck, dass auch in Zukunft ein strammes Zusammenarbeiten Gedeihliches bringen werde (so in der St. Pöltner Zeitung am 7. März 1935 auf der Seite 11).
05.05.1935 "Florianifeier unserer wackeren Feuerwehr" schrieb die St. Pöltner Zeitung am 9. Mai.

22.05.1935

Josef Hippmann verstorben. Er führte die erste Feuerwehr-Chronik (Ehren- und Urkundenbuch der Freiwilligen Feuerwehr in Frankenfels) von 1908 bis 1933, wobei er die Daten seit 1883 auch nachgetragen hatte. Zuvor war er seit 5. Jänner 1902 Schriftführer der FF Frankenfels.
Juni 1935 Ein "neues" Feuerwehrauto (wieder ein FIAT 2 DR) mit 36 PS (Motornummer 20479) wurde angekauft. Die Bedienung war mit dem 1. Feuerwehrfahrzeug ident und daher für jeden Kraftfahrer leicht verständlich.
Es war wieder ein Gebrauchtwagen (Baujahr 1928) mit einer für uns bekannten Vorgeschichte: Die Freiw. Feuerwehr Tradigist hatte das Fahrzeug im Oktober 1934 vom Gut Christental (Herrn Carl Kugler, Vater der Besitzerin Stefanie Kugler) angekauft, konnte es aber aus Geldmangel nicht in Betrieb nehmen und verkaufte es im Juni 1935 an die FF Frankenfels.
18.07.1935 Das neuerrichtete Wohn- und Wirtschaftsgebäude "Mündelhof", Rosenbühelrotte 10, vernichtete ein Vollbrand. Auch die eingebrachte Ernte ging zur Gänze verloren. Blitzschlag war die Brandursache.
Herbst 1935 Waldbrand beim Bauernhaus "Klein-Gstetten", Gstettengegend 1.
01.12.1935
Bei der Versammlung berichtet Hauptmann Josef Schafhuber unter anderem:
Hans Dieringer besuchte einen Chargenkurs in der Feuerwehr-Fachschule Wiener Neustadt.
Dezember 1935 Ein neuerlicher Antrag "Gründung einer Filiale Weißenburg" von Herrn Rögl wird nicht angenommen.
31.12.1935 Theaterabend der Feuerwehr mit Aufführung des Stücks "Die Zwiderwurzn".
31.12.1935
Statistik 1935: Der Mannschaftsstand beträgt unverändert 32 ausübende und 60 unterstützende Mitglieder. Insgesamt 8 Übungen (6 Abteilungs- und 2 Gesamtübungen).
18.01.1936 Feuerwehrball im Gasthaus Pögner.

10.02.1936

Das Gehöft "Oberhofstatt", Karrotte 2, fiel einem Brand zum Opfer. Schaden: Schilling 12000,- (kaum die Hälfte war durch die Versicherung gedeckt). Die Ursache des Ausbruchs lag beim hölzernen Rauchfang, wodurch Funken das Strohdach entzündet haben - laut Gendarmeriepostenkommando Kirchberg/Pielach.
01.03.1936 Generalversammlung der Feuerwehr: Der Hauptmann appelliert um mehr Disziplin, besonders bei den jüngeren Mitgliedern.
03.05.1936 Florianifeier der Feuerwehr mit Schuberts "Deutsche Messe".
05.10.1936 Unfall im Sägewerk Bruckmühle. Ein Hilfsarbeiter gerät mit der linken Hand in die Kreissäge, sämtliche Finger wurden abgetrennt. Einsatz für die Rettungsabteilung der FF Frankenfels.
31.12.1936 Silvesterabend der Feuerwehr mit den Theaterstücken "Schneider Fips", "Mord in der Kohlmessergasse" und "Nante im Verhör".
31.12.1936
Statistik 1936: Stand mit Jahresende: 30 Aktive und 40 unterstützende Mitglieder.
22.02.1937 Franz Gabauer verstorben. Er war Feuerwehrhauptmann von 9. Jänner 1901 bis Mitte 1919.
07.03.1937 Bei der Jahreshauptversammlung waren Bezirksobmann Karl Stolz und sein Stellvertreter Franz Trimmel, beide aus Kirchberg an der Pielach, anwesend.
08.04.1937 Die feuerwehreigene Rettungsabteilung rückt zu einem Unfall bei Holzschlägerungsarbeiten aus. Ein verheirateter Holzarbeiter erleidet mehrere Knochenbrüche. Die St. Pöltner Zeitung berichtete darüber.
02.05.1937 Florianifeier der Feuerwehr. Bei der Festmesse spielt die Kapelle "Wohin soll ich mich wenden".
18.05.1937 Ein 73-jähriger Bauer stürzt beim Heimgang vom Viehmarkt in die Natters und ertrinkt. Die Feuerwehr wurde gerufen, um die Totenbergung durchzuführen.

05.09.1937

Bei der Monatsversammlung wurde beschlossen:
Wenn in Weißenburg eine Feuerwehr-Filiale gegründet wird, dann muss
1.) der kleine Hydrophor (Gründerspritze) samt Zubehör in den Besitz der Feuerwehr sein  und
2.) diese kleine Handspritze samt zugehöriges Schlauchmaterial, Saugkopf, Verteiler und Strahlrohr dient als 1. Löschgerät in Weißenburg. Es muss sichergestellt sein, dass alles in Ordnung gehalten wird, eine ordentliche Einstellmöglichkeit bekommt und drei Männer namhaft gemacht werden, welche sich um die ganze Gerätschaft kümmern.

03.10.1937 Infolge Verzicht des Servitutrechts von Herrn Anton Pögner (Nachkomme vom Feuerwehrgründer Josef Pögner) auf die Gründerspritze wurde der kleine Hydrophor Eigentum der Feuerwehr Frankenfels.
12.10.1937 Hochwasser: Überschwemmung des Hauses "KohlangerHäusl" - Laubenbachgegend 1 und Zerstörungen bei "Klein-Boding" - Pernarotte 5 und "Lichtensteg" - Übergangrotte 15.
01.12.1937
Von der Linzer Firma Rosenbauer wurden zwei Feuerlöscher gekauft. Kosten: Schilling 80,-

05.12.1937

Monatsversammlung: Es wird beschlossen, dass mit Jahresbeginn 1938 die Filiale Weißenburg gegründet wird! Eine der Voraussetzungen, Einstellmöglichkeit für die Gerätschaft ist mittlerweile gegeben. Es befindet sich bereits eine kleine, im Bau befindliche Holzhütte, welche jedoch noch nicht fertig ist aber eine Unterbringung als Provisorium ist schon vorhanden. Auch drei Männer werden bereits namentlich genannt.
Außerdem wird vom Hauptmann Josef Schafhuber an den geplanten Gründer Leopold Härtensteiner (ist bei dieser Versammlung bereits anwesend) angeordnet, dass weitere drei bis vier Mann zu werben sind.
20.12.1937
Schuldirektorsgattin, Frau Oberlehrerin Berta Hippmann verstorben. Sie leitete seit Dezember 1925 die Theatervorführungen der Feuerwehr. In einem Nachruf liest man: "Seit ihrer Jugend in der Welt der Bühne hervorragend, leitete sie auch oft Theateraufführungen, namentlich die der Feuerwehr. Durch vortreffliche Einlernung und zielbewußte Leitung, des öfteren im Verein mit der Schwester, Frau Marie Hoffmann, errang sie immer mit ihren erprobten heimischen Dilletanten vollen Erfolg. In Anerkennung dieses ihres uneigennützigen Wirkens ernannte sie die freiw. Feuerwehr zu ihrem Ehrenmitglied und beteiligte sich auch an ihrem Leichenbegängnisse korporativ." - so in der St. Pöltner Zeitung vom 30. Dezember 1937, Seite 11.
Spontan übernahm der Feuerwehrmann und Schustermeister Rudolf Neubauer die anstehende Theaterregie.
31.12.1937 Theaterabend der Feuerwehr mit den Stücken "Die Schatzgräber" und "Der Wildschütz". Die St. Pöltner Zeitung schrieb: Der Abend brachte einen wahren Massenbesuch und durchschlagenden Erfolg.
31.12.1937
Statistik 1937: 19 Einsätze. Es waren 1mal Hochwasserhilfe bei der "Gabauer Brücke", 17 (!) Erste Hilfe - Leistungen (davon 1mal bei einem Autounfall) und 1 Krankentransport nach Mauer Öhling. Der Mannschaftsstand beträgt 30 ausübende und 40 unterstützende Mitglieder am Jahresende.
01.01.1938 Gründung einer Löschgruppe in Weißenburg - als Filiale der FF Frankenfels - durch drei Männer.
Der Gründer Leopold Härtensteiner wird zum ersten Requisitenmeister ernannt, Ignaz Tuder ist sein Stellvertreter. Richard Stöckl wird als dritter Mann namhaft gemacht.
Mit dem Bau eines kleinen Feuerwehrhauses (in Holzbau) wurde in der Weißenburggegend 12, Grundbesitzer Franz und Barbara Enne, am "Enne-Wirt-Kogel" auf der Parzelle 1598 (linke Straßenseite - vom Pielachtal kommend - in der Nähe der hölzernen Weißenbachbrücke) von Leopold Härtensteiner und Johann Bieder im Herbst 1937 begonnen und Anfang 1938 vollendet.
Es wurden ein Strahlrohr, 56 Meter Schläuche und zwei Leitern übergeben. Als erstes Löschgerät stellte man die Gründerspritze (bis zum Jahre 1950) zur Verfügung.
Die Einsatzalarmierung erfolgt mittels Signalhorn, auch Alarmhorn genannt. Es gibt keine vorgegebenen Hornsignale.
15.01.1938 Im Gasthaus Pögner wurde der Feuerwehrball abgehalten.

25.01.1938

Ein prachtvolles Nordlicht begann um 20:30 Uhr und dauerte fast zwei Stunden. Im ganzen Land glaubte man an ein Großfeuer. Ob die FF Frankenfels ausrückte, ist nicht bekannt. Nachweislich ist, dass die Nachbarsfeuerwehr Kirchberg an der Pielach nach den "Feuerschein" suchte. Ältere Leute deuteten dies als "Kein gutes Zeichen für die Zukunft!".
30.01.1938 Beim Hantieren mit einer Pistole wurde ein Jugendlicher schwer verletzt. Die Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Frankenfels half.

05.03.1938

Unfall bei Sprengarbeiten zum Bau eines Stalls beim Gehöft "Lehen", Lehengegend 1. Der Nachbarsbauer Ignaz Mitterer ("Unterschrambach", Lehengegend 23) wurde getötet und ein Hilfsarbeiter schwer verletzt. Der Einsatz war für die Feuerwehrmänner sehr belastend.
06.03.1938 Zur Jahresversammlung der Feuerwehr erschienen auch die neuen Mitglieder der Filiale Weißenburg.

13.03.1938

Anschluss ans Deutsche Reich.
Folgen: Gemäß eines Bescheides der Landeshauptmannschaft geht das gesamte Feuerwehrvermögen an die Gemeinde über, auch die Vereinskasse musste übergeben werden. Der Feuerwehrbezirk Kirchberg an der Pielach wurde aufgelöst und dem Feuerwehrbereich St. Pölten eingegliedert. Für die aufgelassenen kleineren Bezirksverbände wurden Gebietskommanden geschaffen, die FF Frankenfels gehörte ab nun dem Gebietskommando Nummer 10 des Kreiswehrführers des Kreises 18 in St. Pölten an. Die Versammlungen mussten Appelle genannt werden. Der Ton wurde merklich "schroffer" und die Ausführungen "zackiger". Der deutsche Staatsgruß "Heil Hitler!" ist immer zu leisten! Zum Abschluss der Jahresappelle musste man das "Deutschlandlied" und das "Horst Wessel - Lied" singen.
"Und wie wirkt sich das für die Feuerwehr aus?" stellen sich einige Feuerwehrkameraden die Frage.
17.03.1938 Die Reichsmark, Abkürzung "RM", wurde als Zahlungsmittel eingeführt.

April  1938

Im Frühjahr 1938, davon besonders im April, hat sich auch die Frankenfelser Bevölkerung in eine dreigeteilte "Lagergesellschaft" entwickelt. Die Gegebenheit, dass ein christlichsozialer Gastwirt der Feuerwehr als Hauptmann vorsteht, wird von den Sozialdemokraten und natürlich auch von den Deutschnationalen heftigst kritisiert.
Mai 1938
Im ganzen Bundesland begann bei den Feuerwehrmännern - zuerst bei den Feuerwehrfunktionären - , die nicht linientreu waren, ein "Köpfe rollen".
15.06.1938 Österreich wurde "Ostmark" und Niederösterreich zum "Reichsgau Niederdonau".
09.07.1938
Hauptmann Josef Schafhuber gilt nicht mehr "vertrauenswürdig" und wird vom Lehrer Hans Hirt abgelöst.
17.07.1938 Der Leiter des Kirchenchors wird erhängt im Wald aufgefunden. Die Feuerwehr rückte aus.
20.08.1938
Bei einer heftigen Auseinandersetzung mit SA-Männern wurde ein Feuerwehrmann verletzt.

25.08.1938

Natters, Fischbach und die Pielach führten verheerendes Hochwasser. Zehn (!) Wohnhäuser beschädigt, zwei Privatbrücken und mehrere Stege weggeschwemmt. 50 bis 60 Raummeter Holz vom Sägewerk Hinteregger abgeschwemmt. Die Feuerwehr hatte alle Hände voll zu tun.

02.10.1938

Ernennung des langjährigen Feuerwehrfunktionärs Engelbert Hölzl - vulgo Wassermann - zum "Ehrenhauptmann". Er war fast 50 Jahre lang ein sehr aktives Feuerwehrmitglied und seit 11. Juli 1920 Hauptmannstellvertreter.
03.10.1938 Um 00:00 Uhr wurde im Reichsgau Niederdonau (heute: Niederösterreich) die Rechtsfahrordnung eingeführt. Alle Straßenbenützer mussten sofort umlernen.
30.10.1938
Im "Vereinsheim" der Feuerwehr (Gasthof Schafhuber) wird bekannt, dass ab nun der bisherige Hauptmannstellvertreter Karl Birnbaum den Verein als Hauptmann führt.

04.11.1938

Wohnungsbrand bei Friedrich Brandl - vulgo "Abfalter Fritz", Fischbachmühlrotte 5 (Gehöft "Hinter-Eibeck"). Der 86-jährige bettlägerige Bewohner wurde gerettet. Im St. Pöltner Anzeiger war "vom tapferen und selbstlosen Eintreten der Feuerwehrmänner" zu lesen.
15.11.1938 Unfall mit dem Feuerwehrauto. Glücklicher Weise gab es keine Verletzten.

23.11.1938

Ein neues Gesetz über das Feuerlöschwesen trat für das gesamte Deutsche Reich in Kraft. Das NS-Regime unterstellte mit diesem Gesetz die Feuerwehren als technische Polizeitruppe der Zuständigkeit des Reichsministers des Inneren. Damit war die sofortige Umbenennung aller Berufsfeuerwehren in "Feuerschutzpolizei" verbunden und die Freiwilligen Feuerwehren hatten ab nun den Status einer Hilfspolizeitruppe. Die Feuerwehr war nun Teil der Polizei und alle neubeschafften Fahrzeuge haben polizeigrün lackiert zu sein. Alle Freiwilligen Feuerwehren sind ab nun Einrichtungen der Gemeinden, welche auch für die Finanzierung zu sorgen haben. Es herrscht Führerprinzip, daher gibt es keine Wahlen mehr. Für die Statutarstädte in der Ostmark wurden ein paar Übergangsbestimmungen bis 1. Oktober 1939 eingeräumt.
02.12.1938
20 Deutsche Verordnungen in der Ostmark:
Darunter der Umstieg bei den Schlauchverbindungen (Schlauchkupplungen) von der EK-Kupplung (Einheitskupplung - seit 1906) auf Storzkupplung.

03.12.1938

Es wurde versucht, Anschuldigungen von der Sturmabteilung (SA), von der Schutzstaffel (SS) und vom Nationalsozialistischen Kraftkorps (NSKK) seitens der Feuerwehr richtigzustellen. Es handelte sich um den Brand beim "Abfalter Fritz" (man sei zu schnell gefahren!) und um den Autounfall am 15. November. Das hitzige Wortgefecht dauerte bis in die Morgenstunden des 4. Dezember.
21.12.1938 Pfarrer Franz Schweiger verstorben. Er war Ehrenmitglied der FF Frankenfels.
31.12.1938 Die Feuerwehr-Theateraufführung mit dem Stück "Dominik, was nun?" brachte einen noch nie dagewesenen Massenansturm. Sie musste am 5. und 6. Jänner 1939 wiederholt werden.

31.12.1938

Statistik 1938: 31 ausübende Mitglieder (davon gehören 14 der Sterbekasse an) und 45 unterstützende Mitglieder. Die Altersstruktur der Feuerwehrmitglieder setzt sich wie folgt zusammen: 8 Zwanzig- bis Dreißigjährige, 11 Dreißig- bis Vierzigjährige, 5 Vierzig- bis Fünfzigjährige, 2 Fünfzig- bis Sechzigjährige und 5 Mann über 60 Jahre. 8 Übungen (6 Abteilungs- und 2 Gesamtübungen) wurden 1938 abgehalten. 5 Mann sind im Sanitätsdienste ausgebildet. Sie verrichteten 16 Hilfeleistungen und einen Krankentransport.

19.01.1939

Die Feuerwehr wurde zu einer "erhängten Person" gerufen - es wurde die Totenbergung durchgeführt.
In der ausführlichen Chronik des Gendarmeriepostenkommandos Kirchberg an der Pielach ist zu lesen, dass es sich um den einzigen Sohn des größten Besitzers aus Frankenfels handelte.
26.02.1939
Die aktuellen Dienstgrade und Diensttiteln wurden mittels "Bezirksappell" bekanntgegeben.
12.03.1939 Jahresappell der Feuerwehr. Nach einer Gedenkminute folgten der Tätigkeitsbericht und der Dank des Gemeindeverwalters (Bürgermeister). Am Schluss: "Deutschlandlied" und "Horst Wessel - Lied".

03.05.1939

Das Wohn- und Wirtschaftsgebäude "Unterholz", Falkensteinrotte 16, brennt durch Blitzschlag ab.
Die Feuerwehr konnte leider nichts mehr retten. Es verbrannten auch die Tiere, Geräte und Vorräte.
Der Schaden ist nur zu etwa zwei Drittel durch Versicherungen gedeckt.
09.07.1939 Bezirksfeuerwehrtag in Frankenfels mit folgendem Programm: "Heldenehrung" am Kriegerdenkmal, Platzkonzert, Schauübungen und Festreden. Die St. Pöltner Zeitung berichtete am 13. Juli darüber.
01.09.1939 Ausbruch des zweiten Weltkrieges. Die unheilbringende Deutung älterer Personen über das Nordlicht am 25. Jänner 1938 scheint sich zu bewahrheiten. Auch bei der Feuerwehr steigt die Ungewissheit.
26.10.1939 Eine Schreibmaschine wurde angekauft.
27.11.1939
Die Feuerwehr-Fachschule in Wr. Neustadt wird in die Gauselbstverwaltung übernommen und trägt ab nun den Namen "Feuerwehrschule des Reichsgaues Niederdonau".
28.11.1939 Über Bescheid wurden alle Feuerwehrvereine aufgelöst. Die Vereinsstatuten mussten unbedingt vernichtet werden.
Dezember 1939
Anfang Dezember erscheint der Dienstbefehl Nummer 1 des Bezirkssführers der Freiwilligen Feuerwehr im Reichsgau Niederdonau Rudolf Handlos. Es wird unter anderem die Grußpflicht genau beschrieben: Für alle Uniformträger besteht Grußpflicht. Dabei hat der Grundsatz zu gelten, daß der Jüngere den Älteren, der Rangniedrigere den Ranghöheren zuerst grüßt. Absichtliches Warten auf einen Gruß ist einem Uniformträger unwürdig. Für die Freiwillige Feuerwehr gilt nur der vorgeschriebene "Deutsche Gruß", dessen Ausführung immer in strammer Form zu erfolgen hat.

10.12.1939

Feuerwehrappell: Die Verkündigung des Reichsfeuerwehrgesetzes, wonach die Feuerwehr kein Verein mehr sei, sondern eine mit Exekutivrechten ausgestattete Gliederung der Deutschen Polizei, wurde von den anwesenden Kameraden mit stürmischen Beifall begrüßt - schrieb die St. Pöltner Zeitung auf der Seite 12 in ihrer Ausgabe vom 21. Dezember.
Ende 1939
Zu Kriegsdienstleistungen mussten viele Feuerwehrkameraden - einige bereits schon in der ersten Herbsthälfte 1939 - einrücken.

03.01.1940

Die Feuerwehruniformen wurden reichseinheitlich geregelt: Dunkelblauer Waffenrock, schwarze lange Hose (Tuchhose und Stiefelhose), aluminiumfarbige gekörnte Knöpfe und schwarzes Lederzeug (Leibriemen, Leibriementasche und Schulterriemen).
10.01.1940
Gemäß Auftrag vom Landrat des Landkreises St. Pölten muss für das Feuerwehrauto sofort neue Kennzeichnungstafeln "Nd.17-358" angefertigt werden. Die bisherigen polizeilichen Kennzeichen "B 17016" sind dann sofort abzuliefern. 
13.01.1940
Hauptmann Karl Birnbaum absolvierte den Feuerwehrlehrgang I, beginnend am 8. Jänner - mit der Kursnummer 4994, in der Feuerwehrschule in Wiener Neustadt.
01.04.1940 Die Pielachtalstraße wird von einer Bezirks- zu einer Landesstraße I. Ordnung erklärt. Sie erhält die Bezeichnung "L.I.O.44".
20.04.1940
Ende der Ablieferungsfrist "Altmetall als Geburtstagsspende für den Führer". Den diesbezüglichen Aufruf des Generalfeldmarschall Hermann Göring hatte der Kreisführer mittels Schreiben unter Zahl K 18 - 75/40 an alle Wehrführer am 1. April weitergeleitet. Es sollen alte, unbrauchbare Gewinde, Kupplungen, Teile von Handdruckspritzen aus Kupfer, Messing usw., welche in den Gerätehäusern lagern, gesammelt und abgeliefert werden. Ob sich die FF Frankenfels bei dieser Aktion beteiligte, ist nicht bekannt.
16.05.1940
Hauptmann Karl Birnbaum wurde vom Landrat des Kreises St. Pölten zum Wehrführer mit der Dienstgradbezeichnung Haupttruppführer ernannt. Gleichzeitig erfolgte die Überreichung einer Erinnerungsmedaille und der dazugehörigen Urkunde mit folgendem Text: "Der Führer und Reichskanzler hat aus Anlaß der Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich dem Postbediensteten Karl Birnbaum Frankenfels die Medaille zur Erinnerung an den 13. März 1938 verliehen. Berlin, den 19. August 1939. Der Staatsminister und Chef der Präsidialkanzlei des Führers und Reichskanzlers Otto Meissner".
19.05.1940 Hochwasser im ganzen Gemeindegebiet. Überschwemmungen von Straßen, Brücken und Grundstücken erforderten mehrere schwierige Feuerwehreinsätze. Es gab Lob für die Feuerwehrmänner.
31.05.1940 Und wieder Überschwemmungen in Frankenfels. Auch hier konnte die Feuerwehr schlimmeres verhindern.
Juli 1940
Feuerbeschau in allen Häusern in Frankenfels mit ausführlicher Mängelbeschreibung durchgeführt.
29.09.1940 Die Freiwillige Feuerwehr Frankenfels war beim Kreisfeuerwehrtag in St. Pölten durch Haupttruppmann Hans Dieringer vertreten. Die Spesen wurden mit RM 7,80 abgegolten.
31.10.1940
Neue Kennzeichnungstafeln "Nd.117-370" bekam das Feuerwehrauto.
01.11.1940 Brand der Hundsbichlmühle im Fischbachgraben, Grasserrotte 17.
Der St. Pöltner Anzeiger berichtete von "tapferen Männern der Feuerwehr".
03.11.1940 Vereidigung der neuen Feuerwehrmänner beim Kriegerdenkmal (Bericht im St. Pöltner Anzeiger).
05.11.1940
Moritz Pögner, Sohn des Feuerwehrgründers Josef Pögner, im 72. Lebensjahre verstorben. Er war Feuerwehrhauptmannstellvertreter von 9. Jänner 1901 bis 3. März 1907.
15.12.1940 Brand im Markt. Im "Kellerhaus" (Teil von der "Taverne am Steg") - Markt 5 - ist Feuer ausgebrochen.
05.04.1941
Haupttruppmann Hans Dieringer schloss mit einer Prüfung den Maschinistenlehrgang mit Lehrgang Nr. 39/198 in der Feuerwehrschule des Reichsgaues Niederdonau in Wiener Neustadt mit gutem Erfolg ab.

29.04.1941

Bezugnehmend auf die Anfrage der FF Frankenfels vom 27. April gibt der Kreisführer bekannt, dass ein gemeinsamer Florianikirchgang am 4. Mai NICHT in Frage kommt! Er begründet dies in seinem Schreiben mit folgendem Text: "Die freiwillige Feuerwehr ist kein Verein mehr und sind derartige Aufmärsche untersagt. So löblich Ihre Anschauung gelten mag und die Kameraden auch die Musik beistellen würden, ist ein derartiger Aufmarsch in Uniform nicht gestattet. Dies wird Ihnen auch der Herr Ortsgruppenleiter der NSDAP, der für Aufmärsche und dergleichen zuständig ist, nicht erlauben können. Die Ehrung der langgedienten Feuerwehrmänner ist in der Weise vorzunehmen, daß anläßlich eines für diesen Tag anzusetzenden Appells, zu dem auch die Herren Bürgermeister und Ortsgruppenleiter einzuladen sind, die Ehrung in würdiger Form vorgenommen wird, wobei die Musik zur Verschönerung beitragen kann. Doch ist auf alle Fälle darauf zu achten, daß die Kameraden, da in Uniform, sich völlig korrekt benehmen und jede übermäßige Trinkerei unbedingt zu unterbleiben hat. Der Kreisführer August Slameczka der freiwilligen Feuerwehr als feuerwehrtechnischer Aufsichtsbeamter des Landrats in St. Pölten".

10.05.1941

Beim Waldbrand des Gutsbesitzes Weißenburg standen insgesamt 80 (!) Mann im Einsatz. Die Filiale Weißenburg und die Feuerwehren Frankenfels, Schwarzenbach an der Pielach, Loich, Kirchberg an der Pielach, Tradigist, Rabenstein, Hofstetten, Ober-Grafendorf, St. Gotthard und Texing waren vor Ort. Die Loicher rückten mit einem Privat-PKW an, weil sie noch kein Feuerwehrauto haben. Sie hatten sich erst am 21. Jänner 1940 gegründet. Zehn Hektar Wald verbrannten. Der Einsatz dauerte von 13.30 Uhr bis 16.30 Uhr.
18.05.1941
Eine Übung mit der alten Landfahrspritze (großer Hydrophor) wurde durchgeführt. Man ahnte bereits, dass eventuell das Feuerwehrauto samt Motorspritze abgezogen werden könnte.
05.06.1941 Im Rundschreiben Nummer 10/41 wurde vom Kreisführer bekanntgegeben, dass sich der Herr Landrat bei allen Feuerwehrmännern, die beim Waldbrand am 10. Mai eingesetzt waren, für die gute Leistung, wodurch ein größerer Schaden verhütet werden konnte, bedankt.
Juni  1941
Feuerbeschau in der Gemeinde Frankenfels durchgeführt.
30.06.1941
Der Besitz "Hoch-Walz", Karrotte 3, ist abgebrannt. Sieben Feuerwehrmänner kämpften gegen das Feuer, der Einsatz dauerte von 20:30 Uhr bis 07:30 Uhr des Folgetages.
12.07.1941
Feuerwehrmann Hans Hirt als Gefreiter bei der 2. Kompanie des Panzerregiments 1 in Nowosjelje (Russland) gefallen. In der schwierigen Zeit von 9. Juli 1938 bis 30. Oktober 1938 versuchte er die Feuerwehr als Hauptmann nach den Vorgaben des NS-Regimes bis zu seinem Einrücken bestmöglichst zu führen.
15.07.1941 Ein Hochwassereinsatz war erforderlich.
14.08.1941
Und wieder Hochwassereinsätze in Frankenfels.

01.09.1941

Einführung der deutschen Normalschrift (auch "lateinische Schrift" oder "runde Schrift" genannt).
Die Kurrentschrift (auch "Spitzschrift" genannt) darf ab sofort auch bei der Feuerwehr (Schriftverkehr, Protokollbücher, Chronik, usw.) nicht mehr verwendet werden - so lautete der Appell des Kreisfeuerwehrverbandes St. Pölten.
24.09.1941 "Heldentod" des Feuerwehrführers Hauptmann Karl Birnbaum, er starb im 29. Lebensjahr auf der Insel Ösel (heute: Saaremaa - Estland) in einem Feldlazarett bei Arensburg. Die Nachricht langte erst am 11. Oktober ein. Der St. Pöltner Anzeiger brachte einen ausführlichen Nachruf.
20.10.1941
Von der Firma NOVA-Technik G.m.b.H. wurde für das Feuerwehrauto ein NOTEK-Wehrmachttarnscheinwerfer samt Zubehör ausgeliefert. Die Montage erfolgte prompt, noch im Oktober.
23.11.1941
Eine Trauermesse mit anschließender Kranzniederlegung für den gefallenen Hauptmann (Wehrführer) Karl Birnbaum wurde am Sonntag sehr würdevoll abgehalten.
09.12.1941 Am Tage: Ausrückung zu einem Großbrand in der Tischlerei Frühwald nach Kirchberg an der Pielach.
09.12.1941
Am Abend: Versammlung:
Benzinausgabe erfolgt mittels Gutscheinen. Dies regelt die Bezirkshauptmannschaft St. Pölten.
Johann Dieringer wird Hauptmann und August Enner bleibt Stellvertreter.
05.02.1942
Dem Feuerwehrauto wurde vom Reichsstatthalter Niederdonau das neue polizeiliche Kennzeichen Nd-77956 zugeteilt. Diese Weisung wurde am 19. Feber vom Kreisführer weitergereicht.
14.02.1942
Kameradschaftsabend im Vereinsheim Schafhuber, Beginn 20 Uhr.
19.02.1942
In einem Schreiben vom Reichsstatthalter geht hervor, dass das neue polizeiliche Kennzeichen für das Feuerwehrauto auf "Pol-77956" abgeändert wird. Die Auslieferung erfolgt in den nächsten Monaten.
25.04.1942
Hauptmann Johann Dieringer schloss den Feuerwehrlehrgang I mit der Lehrgangsnummer 25/222 in der Feuerwehrschule des Reichsgaues Niederdonau in Wiener Neustadt mit gutem Erfolg ab.
08.08.1942 Alle Feuerwehrmänner wurden der SS- und Polizeigerichtsbarkeit unterstellt.
14.08.1942 Alle neuen Feuerwehrfahrzeuge werden ab nun in Wehrmachtsgrau (RAL 840 B 2) in Dienst gestellt.
22.08.1942
"Brandalarm um 16 Uhr. Sechs Mann rücken nach Schwarzenbach an der Pielach aus und kehren nach vier Stunden wieder heim" ist im Dienstbuch vermerkt.
25.08,1942
Die neuen polizeilichen Kennzeichen für das Feuerwehrauto sind endlich eingelangt und wurden sofort montiert.
19.09.1942
Eine Nachtalarmübung wurde abgehalten.
26.09.1942
Um 10.30 Uhr "Brand in Schwarzenbach/Pielach". Keine Ausrückung, da der Alarm wenige Minuten später widerrufen wurde.
30.09.1942 Alarm um 12 Uhr. Rauchfangfeuer beim "Rottensteiner", Rosenbühelrotte 29.
29.11.1942 An die eingerückten Feuerwehrkameraden wurden elf Pakete geschickt.
22.12.1942 Brandalarm um 2.45 Uhr. Einsatz im Ort: Das Kleinhaus "Steggrundhäusl" (auch "Mühlbacher-Häusl" genannt), Rosenbühelrotte 1, fiel einem Brand zum Opfer. Einsatzdaten: 7 Mann / 150 Meter Schläuche, 2 Rohre.
13.02.1943
"Krankentransport der Frau Hösl (von der Wohnung zum Bahnhof)" ist im Dienstbuch dokumentiert.
26.03.1943 Die Feuerwehr wurde um 13:40 Uhr zu einem Waldbrand in Unter Buchberg alarmiert. Obertruppführer August Enner, jun. (geb. 1911) rückte mit 8 Mann um 13:50 Uhr aus und kam um 14:25 Uhr bei der Brandstelle an. Es wurde festgestellt, dass ein Jungwald von zirka 2 Joch (Besitzer Konrad Veith - "Hinter-Übergang", Übergangrotte 7) brannte. Sofort begannen die Feuerwehrmänner mit dem Abgraben der Erde oberhalb des Brandes. Eingesetzt wurden Sägen, Krampen, Schaufeln und ein Seil. Um 16:00 Uhr wurden die Löscharbeiten beendet und eine anschließende Brandwache bis 21:00 Uhr zurückgelassen. Als Brandursache wird im Brandbericht dokumentiert, dass ein Oberbauarbeiter der Bahnmeisterei Gösing über Auftrag des Rottenführers Fahrngruber dürres Laub in einer Wasserablaufgrube anzündete.
26.03.1943
Und dann: Feuerwehrversammlung, Beginn um 21:30 Uhr:
August Enner wird Hauptmann und Johann Dieringer sein Stellvertreter.

04.04.1943

Alle Angehörigen der Feuerwehr Frankenfels erklären durch ihre Unterschrift, dass sie belehrt wurden, der SS- und Polizeigerichtsbarkeit zu unterliegen und alle Straftaten, die im Feuerwehrdienst in Bezug auf Feuerwehrtätigkeit in oder ohne Uniform begangen werden, unter die Sondergerichtsbarkeit der SS- und Polizeigerichte fallen. Die Feuerwehrmitglieder erklären weiter, darüber belehrt worden zu sein, dass sie damit den militärischen Strafgesetzen unterliegen und somit auch unerlaubte Entfernung, Beleidigung eines Vorgesetzten, Ungehorsam, Gehorsamsverweigerung, Widersetzung, Erregern von Missvergnügen, Untergrabung der Manneszucht und so weiter, strafrechtlich geahndet werden können.
07.04.1943 Neue Feuerwehrfahrzeuge tragen ab nun nur mehr sandfarbigen oder dunkelgelben Grundanstrich.

18.04.1943

August Prezina im 91. Lebensjahr am Palmsonntag um 1/4 11 Uhr vormittags verstorben. Er war Gründungsmitglied und der 1. Requisitenmeister der Freiwilligen Feuerwehr Frankenfels. Diese genauen Aufzeichnungen über alle Gerätschaften führte er äußerst gewissenhaft bis zu seinem Tod.
Für das Begräbnis am 20. April um 14:30 Uhr wurde ein Appell mit folgendem Text erlassen:
"Es ist Pflicht eines jeden Mitgliedes an den Begräbnis teilzunehmen. Die Mitglieder haben in voller Rüstung (mit Helm) im Vereinslokal Schafhuber um 13 Uhr pünktlich zu erscheinen."
Diesen Appell musste jeder schriftlich zur Kenntnis nehmen.
Es waren 24 Mann von der FF Frankenfels und 16 Mann von den Nachbarswehren sowie Unterkreisführer Franz Trimmel anwesend.
02.05.1943

Zwei Aufträge der Gemeinde wurden umgesetzt:
1.) Vier Mann werden ab sofort bei der Feuerwehr dienstverpflichtet     und
2.) Rudolf Schiflhuber wird als dienstverpflichtender Fahrer eingeschult.

15.06.1943

"Alle Feuerwehr-Rettungsabteilungen müssen ihre Tätigkeit beenden" lautete der Appell des Kreisfeuerwehrverbandes St. Pölten. Da es aber in Frankenfels und Umgebung keine Rettungsstelle des Deutschen Roten Kreuzes gab, machten die ausgebildeten Feuerwehr-Sanitäter zum Wohle der Bevölkerung - ohne gesetzliche Grundlage ! - inoffiziell weiter.
Es war ein sehr gefährliches Wirken und man wusste nicht ob und welche Folgen es geben könnte.
04.07.1943 Richard Stöckl an der Ostfront bei einem Angriff auf eine Bahnlinie bei Gorianka gefallen und bei Borissowko beerdigt. Auf der Trauerparte stand "dass Sanitäts-Unteroffizier Richard Stöckl im 31. Lebensjahre den Heldentod erlitt. Das feierliche Requiem wird am 13. August um 7 Uhr vormittags in der Pfarrkirche zu Frankenfels abgehalten werden".
Er war Gründungsmitglied der Filiale Weißenburg.
22.08.1943 Der 52-jährige Rudolf Neubauer wird zum Schriftführer bestimmt - sonst "Zum Krieg einrücken!".
24.08.1943 In Laubenbachmühle wurde der Hof "Geißreit", Pernarotte 2 (Erbhofbauer Johann Schagerl), durch einen Brand total zerstört. Neben der Vernichtung von Wohnhaus, Stall, Scheune und Schupfen kamen auch ein Schwein, ein Kalb, 16 Hühner, sieben Kaninchen und sechs Haustauben ums Leben. Die Futtervorräte, Fahrnissen (bewegliche Sachen wie zum Beispiel Leiterwagen), Maschinen, Haus- und landwirtschaftliche Geräte, alle Einrichtungsgegenstände, Wäsche, Kleider, und so weiter fielen dem Brand zum Opfer. Der Brandeinsatz dauerte für 12 Mann von 06:30 Uhr bis 24:00 Uhr, nach Abrücken von der Brandstelle um 23:30 Uhr wurde eine Brandwache von 4 Mann bis 06:00 Uhr des Folgetages zurückgelassen. Als Brandursache wird im Brandbericht "Durch Funkenflug aus dem Rauchfang beim Brotbacken" dokumentiert. Die Schadenssumme von etwa 12.000 RM ist von der Donau Allgem. Vers. AG nur auf 10.000 Reichsmark gedeckt.
Über dieses Ereignis berichtete der St. Pöltner Anzeiger am 4. September auf Seite 6.
Sept. 1943 Große Trockenheit bei sämtlichen Bergbauernhäusern erforderte viele Feuerwehreinsätze ("Wasserpumpen"). Diese Witterung dauerte bis Mitte November.

19.09.1943

In der Filiale Weißenburg schult Leopold Härtensteiner fünf Feuerwehr-Helferinnen ein: Theresia Enne, Maria Freudenthaler, Gisela Krammer, Margarethe Stöckl und Johanna Unterberger. Alle wurden mit hellgrünen Schutzanzügen beteilt. Für sie waren keine Dienstgradabzeichen vorgesehen, ausgenommen Wortführerin und ihre Stellvertreterin. Die Wortführerin Maria Freudenthaler trug ein Funktionsabzeichen am linken Unterärmel. Das Abzeichen hatte zwei nach oben zeigende Winkel (zirka 110°) aus silbergrauer Kunstseidenborte auf einer hellgrünen Stoffunterlage. Die stellvertretende Wortführerin Margarethe Stöckl bekam das gleiche Abzeichen, jedoch mit nur einem Winkel.
"Frauen bei der Feuerwehr" wurde in beiden Weltkriegen als Notlösung geduldet, jedoch war diese aktive Mitgliedschaft mit Kriegsende automatisch beendet.
12.11.1943
Der Kreisführer gab in seinem Rundschreiben bekannt, dass das Reichsamt Freiwillige Feuerwehren folgendes angeordnet hat: Das Wort "Wehrführer" hat ab sofort zu verschwinden und an dessen Stelle ist die Bezeichnung "Führer der Wehr" zu setzen. 
30.11.1943
August Slameczka, Kreisführer der Freiwilligen Feuerwehr als feuerwehrtechnischer Aufsichtsbeamter des Landkreises in St. Pölten befahl die Feuerwehren Frankenfels, Schwarzenbach/Pielach und Totzenbach unter Zahl K 18 - 3119/43, dass je eine Feuerwehr-Helferin an dem Lehrgang für Feuerwehr-Helferinnen vom 5. bis 11. Dezember 1943 in die Feuerwehrschule in Wiener Neustadt teilzunehmen hat! Trotz diesem Befehl, wurde von der FF Frankenfels niemand gemeldet. In der Aktensammlung ist dazu keine Begründung zu finden.
06.12.1943 Die dunkelblaue Feldbluse ersetzt den Waffenrock, die dunkelblaue Rundbundhose die bisherigen schwarzen Hosen.

07.12.1943

Der Kreisführer der freiwilligen Feuerwehr als feuerwehrtechnischer Aufsichtsbeamter des Landrates St. Pölten, Herr Abteilungsführer August Slameczka, macht im Rundschreiben 32/43 einen Aufruf zur Sammlung von Kleidungs- und Haushaltsstücken für die bombengeschädigten Hamburger der SS- und Polizeikameraden einschließlich deren Frauen und Kinder.

14.12.1943

Ein Paket wurde an die bombengeschädigten SS-Polizeikameraden in Hamburg abgesandt. In der großen Schachtel befanden sich 1 Hemd, 2 Hosen, 2 Röcke (Jacken), 2 Westen, 5 Mantelhölzer (Kleiderbügel), 2 Paar neue Socken, 1 Paar neue Schuhe sowie 3 Schalen samt Teller. Der Versand ging vorerst an den SS-Oberabschnitt Donau, Wien I., Parkring 6. Es musste ein Sammelverzeichnis mit Angaben der Spender und Artikeln beigelegt werden.
31.12.1943 Beim Theaterabend der Feuerwehr mit dem Stück "Peterls Brautfahrt" gab es mäßigen Besuch, da zeitgleich die Hitlerjugend auch eine Theateraufführung abhielt.
März 1944 Heftige Schneefälle brachten den kompletten Verkehr zum Erliegen. Auch die Feuerwehr half einige Wochen. Puchenstuben war 14 Tage von allen Seiten unerreichbar.
Die Mariazellerbahn konnte den Betrieb erst Ende April wieder aufnehmen. Zur Freilegung der Strecke wurden Wehrmachtssoldaten und britische Kriegsgefangene eingesetzt.
April 1944
Infolge Organisationsänderung im Feuerwehrbereich St. Pölten (Kreis 18) ist seit Anfang April die FF Frankenfels dem Gebietskommando Nummer 7 unterstellt.
29.05.1944 Fliegeralarme! An mehreren Stellen wurden die Schäden von Luftangriffen beseitigt. Der Einsatz dauerte für 12 Mann genau vier Stunden.
09.07.1944 Aufräumarbeiten in der Boding nach einem Fliegerangriff des Vortages.
23.07.1944
12 Mann rückten um 14:00 Uhr zu Aufräumungsarbeiten nach abgestürzten Fliegern in Weißenburg und in die Nachbarsgemeinde Schwarzenbach an der Pielach aus. Die wichtigsten Wrackteile von zwei Kampfflugzeugen wurden in einem Eisenbahnwaggon am Bahnhof Schwarzenbach/Pielach verladen. Nach fünf Stunden Arbeitszeit fuhren die Feuerwehrmänner ins Gerätehaus.

25.07.1944

Absturz eines brennenden Kampfflugzeuges unterhalb (talseitig) des Gehöftes "Hinterhofstatt", Markenschlagrotte 2. Als Ursache wird ein Luftkampf über Puchenstuben bekanntgegeben. Zwei aus Westen kommende amerikanische Maschinen jagten den deutschen Jäger, der dann über dem Burgstallkogel (später Mitterkeil genannt) an der Gemeindegrenze zu Schwarzenbach an der Pielach abgeschossen wurde. Der 22-jährige deutsche Flugzeugführer Gefreiter Heinrich Pfeiffer aus Bauerbach bei Marburg an der Lahn (Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen) fand dabei den Heldentod. Um Punkt 12 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert, acht Mann rückten aus. Die Brandbekämpfung dauerte drei Stunden. Anschließend erfolgte die Totenbergung durch die Feuerwehr.
23.08.1944
Ausrückung wegen Absturz eines Feindflugzeuges. Einsatzdaten: 10 Mann / 12 bis 16 Uhr.
Sept. 1944
Es gab 8-mal Fliegeralarm !
01.10.1944
Bei einem sechs stündigen Feuerwehreinsatz wurden die gröbsten Schäden der Fliegerangriffe des Vormonats beseitigt.
Herbst 1944
Frau Maria Wurzinger, Grasserrotte 6, bindet ab nun die Kränze für die Feuerwehrbegräbnisse.

08.12.1944

Um 05:30 Uhr wirft ein feindliches Flugzeug fünf Bomben auf den Ortskern Frankenfels. Durch einen Volltreffer wurde das Haus des Maurers Johann Plank - Hofstadtgegend 25 - in einem Schutt- und Trümmerhaufen verwandelt. Bei diesem Angriff waren drei Todesopfer zu beklagen. Totenbergung durch die Feuerwehr. Umfangreiche Aufräumarbeiten erforderten mehrere Feuerwehreinsätze.
29.12.1944
Einberufung der Feuerwehrmänner Alois Fahrngruber, August Leeb und Leopold Riedl zum Volkssturm als letztes Aufgebot.
10.01.1945 Wohn- und Wirtschaftsgebäude der "Groß-Wies", Wiesrotte 7, fielen während der Drescharbeiten einem Brand zum Opfer. Sechs Feuerwehrmänner kämpften fünf Stunden lang gegen das Feuer. Ursache war Funkenflug aus dem Auspuff des Motors der Dreschmaschine.
Jänner 1945
Feuerwehrmann Josef Stöckl, Filiale Weißenburg, in Polen bei Boguslawice gefallen.

23.01.1945

Es wurden Feuerwehreinheiten, darunter auch von der FF Frankenfels einschließlich der Filiale Weißenburg, nach Laab im Walde in Marsch gesetzt. Die Einheit der Frankenfelser Wehr wurde als "Halblöschzug" tituliert. Es galt die Wiener Hochquellwasserleitung vor feindlichen Bodenangriffen zu beschützen, da bereits am 21. Jänner 1945 heftige Luftangriffe (über 50 Bomben) erfolgten. Die Wasserleitung wurde nicht getroffen, jedoch gab es große Schäden an den Häusern. Man vermutete, dass die Alliierten örtliche Sprengungen planten. Als nach ein paar Tagen nichts geschah fuhr man wieder heim.
12.03.1945
Die Fliegerangriffe auf Wr. Neustadt verursachten auch schwere Bombentreffer auf die Feuerwehrschule in Wiener Neustadt, sodass ab diesem Zeitpunkt kein Schulbetrieb mehr möglich war.
14.04.1945
Feuerwehrmann Friedrich Wieland in Italien bei San Piacio, südlich von Argenta, gefallen.

08.05.1945

Endlich Kriegsende!
Leider sind im 2. Weltkrieg elf Feuerwehrkameraden "für Führer und Reich" gefallen.
Folgende Männer fehlten in den Feuerwehrreihen: Karl Birnbaum, Engelbert Fallmann, Josef Gansch (vermisst), Hans Hirt, Leopold Karner (vermisst), Hermann Putzenlechner, Christian Rubitzko, Josef Stöckl, Richard Stöckl, Konrad Veith und Friedrich Wieland.
Beginn der Besatzung durch Soldaten der Roten Armee!
An diesem Tag fuhr der erste russische Panzer um 18:20 Uhr in Frankenfels ein.
Da der Treibstoff beschränkt vorhanden war, wurde ab nun die Benzinausgabe für die Feuerwehr mittels Gutscheine durch die Bezirkshauptmannschaft geregelt. Genaue Aufzeichnungen waren unumgänglich.
11.05.1945 Die Feuerwehr musste ausrücken, weil der Graben-Bauer Leopold Taschl (Lehengegend 22) "von Russen" erschossen wurde.
Mai  1945
In der 2. Maihälfte wurden von der Deutschen Wehrmacht auf dem kleinen Grünstreifen zwischen der westlichen Außenwand des kleinen Feuerwehrhauses der Filiale Weißenburg und dem "Grubmühl-Bachl" eine Menge an Munition, Gewehre und Pistolen gelagert.
19.06.1945 Feuerwehreinsatz: Sowjetische Soldaten hatten einen Bauern im Weißenbachtal erschossen.
Juli 1945
Ende Juli 1945 kam die Nachricht, dass der vermisste Feuerwehrmann Josef Gansch am 15. Juli 1945 in russischer Gefangenschaft verstorben ist.

31.07.1945


Inkraftsetzung des Vereinsreorganisationsgesetzes. Die Feuerwehren und Verbände können sich offiziell wieder als Vereine nach dem Vereinsgesetz von 1867 konstituieren. Jedoch verspürte man in einigen Gegenden Behinderungen durch die sowjetische Besatzungsmacht. In Frankenfels gab es vorerst keine merkbaren Veränderungen gegen über vorher.
01.08.1945 Explosion bei Aufräumungsarbeiten von Wehrmachtsmunition im Höllgraben. Vier Männer getötet. Ein entstandener Waldbrand wurde von der Feuerwehr gelöscht.

Oktober 1945

Eine gebrauchte Handsirene der Marke RUVO D.R.G.M wurde der Filiale Weißenburg übergeben. Es handelt sich um eine Luftschutzsirene aus dem 2. Weltkrieg, sie war im Privatbesitz.
Somit hat das Signalhorn im Weißenbachtal für die Alarmierung zu einem Feuerwehreinsatz ausgedient.
30.11.1945 Der Österreichische Schilling wurde wieder eingeführt.
1945 Noch in diesem Jahr bzw. auch in den Folgejahren stellten sich - in alter Treue! - die vom Krieg und aus der Kriegsgefangenschaft heimkehrenden Mitglieder wieder nach und nach der Feuerwehr zur Verfügung. Während des Zweiten Weltkrieges schrumpfte die Mannschaft der Feuerwehr Frankenfels einschl. Filiale Weißenburg auf zehn Mann. Die im Jahre 1943 in Dienst gestellten fünf Feuerwehr-Helferinnen wurden mit Kriegsende automatisch aus dem Feuerwehrwesen eliminiert.
Mai 1946
Anfang Mai 1946 kam die Nachricht, dass der vermisste Feuerwehrmann Leopold Karner am 20. April 1946 im Lager Serpuchow, südlich von Moskau verstorben ist.
16.05.1946
Ein Waldbrand im Höllgraben wurde rasch gelöscht.
18.05.1946 Die restliche Munition im Höllgraben wurde gesprengt. Dabei entstand ein großer Waldbrand (Alarmierung um 11.30 Uhr), der die Feuerwehren des Pielachtales (bis einschließlich FF Rabenstein) acht Tage beanspruchte. Es wurden Schläuche mit insgesamt 600 Meter Länge ausgelegt.
18.07.1946
Ausrückung zu einem Waldbrand im hinteren Natterstal - beim Auwiesenhäusl, Übergangrotte 17. Ursprünglich war es ein Bahn-Böschungsbrand. Bei der Ankunft stellte man fest, dass der Brand bereits auf den angrenzenden Wald übergegriffen hat.
20.10.1946
Bei der im ganzen Ort stattfindenden Schulfeier "950 Jahre Österreich" nahm auch eine große Abordnung der FF Frankenfels teil. Unter flotten Klängen der Musikkapelle Hölzl wurde die Feier mit einem Festzug eingeleitet. Als Veranstaltungsorte fungierten das Schulgebäude und der Gasthof Schafhuber.
Dezember 1946 Die "verlorengegangenen" Ausrüstungsgegenstände mussten wieder beschafft werden. Um die Mittel aufzubringen, begann man zu Jahresende wieder mit den Theaterproben. Diesmal unter der Regie von Pfarrer Josef Stangl und Lehrer Hans Hütthaler.

31.12.1946

Der Unterhaltungsabend der Feuerwehr im Gasthof Schafhuber war so erfolgreich, dass die beiden Theaterstücke und ein Sketch "Frankenfelser Feuerwehr" viermal (!) wiederholt werden mussten. Bei den Theaterstücken handelte es sich um den Dreiakter "Die narrischn Kittln" und um einen unbekannten Einakter. Beim Feuerwehrsketch spielte auch Pfarrer Josef Stangl als Feuerwehrmann mit. Zum Abschluß gab es einige saftige Gstanzln von Franz Gamsjäger und Franz Graßmann, beide Eisenbahner - Bahnhof Frankenfels, zu hören, bei welchen das Publikum aus ganzem Herzen mitlachte. In den Pausen sorgte die Kapelle Hölzl mit erstklassigen Musikeinlagen für beste Unterhaltung. - schrieb die St. Pöltner Zeitung vom 30. Jänner 1947, auf der Seite 4.
08.05.1947 Die braune Uniform - wie bis 3. Jänner 1940 - wird wieder eingeführt.
07.06.1947 Eine Neugliederung des Bezirksverbandes wurde mittels Verordnung bekanntgegeben, wonach Frankenfels dem Feuerwehrabschnitt Kirchberg an der Pielach untersteht.
15.06.1947 Waldbrand in Weißenburg. Auch die Feuerwehr Kirchberg/Pielach wurde alarmiert und half kräftig mit.
17.06.1947
Wiedereröffnung der Feuerwehrschule in Wr. Neustadt. Es herrschten aber fast menschenunwürdige Bedingungen ( sehr, sehr desolates Gebäude, Einsturzgefahr ?, Schlafsäle ohne Außenmauer ! ). Aufgrund dieser Umstände wurde am 6. Mai 1949 der Lehrgangbetrieb eingestellt.
20.06.1947
Bei einer Inspektion vom Technischen Ausschuß des Bezirksfeuerwehrverbandes St. Pölten wurde festgestellt, dass das Gerätehaus zu klein ist.
23.08.1947 Rettungseinsatz der Feuerwehr-Sanitätsstaffel beim "Graben-Bauer" Anton Umgeher, Grasserrotte 10. Knochenbruch!

14.09.1947

Mehrere Brände verursachte die Dampflok des Postzuges um zirka 11:15 Uhr. Da für Fahrleitungsarbeiten (neuer Anstrich der Leitungsmasten) der Strom in der Oberleitung abgeschaltet war, wurde dieser Zug mit einem Dampftriebfahrzeug bespannt. Es herrschte große Trockenheit. Um 11:30 Uhr erfolgte zuerst wegen eines Böschungsbrandes mit Ausbreitungsgefahr auf den angrenzenden Wald auf der "Pögner-Leit´n" in der Rosenbühelrotte, gegenüber der Grassermühle, die Alarmierung. Nach 40 Minuten wurde das Feuer zur Gänze abgelöscht. Es folgte die Meldung, dass in der Nähe des Bahnhofes Laubenbachmühle eine Holzscheune brennt. Man fuhr sofort zu diesem Brandobjekt und musste feststellen, dass der Heustadl des Herrn Johann Schagerl, Pernarotte 2, fast niedergebrannt ist. Durch den Einsatz der Motorspritze war nach 50 Minuten "Brand aus". Auch hier konnte der nahegelegene Wald gerettet werden. Der Bahnhofvorstand von Laubenbachmühle meldete noch zwei Flächenbrände. Sofort wurde zu einem Böschungsbrand in unmittelbarer Nähe des Gehöftes "Au-Bauer", Hofstadtgegend 5, gefahren. Nach dessen Ablöschung erfolgte die Brandbekämpfung der Bahnböschung in der Nähe des Bahnhofes Schwarzenbach an der Pielach. 10 Mann waren gefordert !
05.10.1947Lieferung eines Fordson WOT 2H - Umbau aus Kriegsbestand - im Zuge des UNRRA-Projektes. Die Nothilfe- und Wiederaufbauverwaltung der Vereinigten Nationen - kurz UNRRA "United Nations Relief and Rehabilitation Administration" - ist eine Hilfsorganisation der UNO. Das Fahrzeug, Baujahr 1943, war in der Version "Pritschenwagen" (177 Zoll Länge, 78,5 Zoll Breite, 90 Zoll Höhe, 106 Zoll Radstand und einen Tank mit 104 Liter Inhalt), Eigengewicht 2090 kg, für 12 Personen zugelassen und mit einem V8-Benzinmotor mit 3621 cm3 und 85 PS bei 3800 Umdrehungen pro Minute ausgestattet. " Motornummer: 2497, Fahrgestellnummer: BB 18F 7067576 " - sind auch noch evident. Diese Zuteilung ist von der NÖ Landesregierung unter Zahl LA B/5b-K-397/1 vom 28. Juli 1947 belegt. Preis 2650 Schilling. Die Lieferung erfolgte in der typischen Militärfarbe der US Army "olive drab No. 319" (helles Braunoliv). Es wurde das polizeiliche Kennzeichen N 47.396 zugeteilt. Man merkte aber sehr rasch, dass das Fahrzeug einen Benzinverbrauch von zirka 35 Liter pro 100 Kilometer hat.
Eine Umlackierung auf Rot wurde vom Kamerad Johann Dieringer in den ersten 1950er-Jahren durchgeführt.
Das Fahrzeug wurde in die Filiale Weißenburg von 1958 bis 1963 entliehen.
15.10.1947
Feuerbeschau im ganzen Gemeindegebiet durchgeführt.
07.11.1947
Ins Feuerwehrgerätehaus Frankenfels wurde eingebrochen. Eine Bestandsaufnahme mit dem Herrn Vizebürgermeister Franz Winter ergab, dass eine Kombinationszange, zwei Wagenheber und eine Zugsäge fehlen. Die sehr genauen Aufzeichnungen (Inventarlisten) des Zeugwart Eduard Linzberger waren sehr dienlich. Dabei entdeckte man auch, dass beim alten Feuerwehrauto (FIAT) der Lederüberzug des Fahrersitzes heruntergeschnitten und entfernt wurde.
Dezember 1947
Oberlehrer Karl Weber übernimmt die Spielleitung (Regie) bei der Feuerwehr-Theaterspielgruppe. Es wurde während des ganzen Monats Dezember fleißig geprobt.
31.12.1947
Die Feuerwehr hält einen bunten Silvesterabend im Gasthof Schafhuber mit folgendem Programm ab:
  .) Vorführung des Theaterstücks "Die lachenden Erben"
  .) Ausgabe einer Silvesterzeitung
  .) Lottoziehung
  .) Abschließend Tanz mit der Musikkapelle Hölzl.
Wiederholung der Veranstaltung am 4. und 6. Jänner 1948.
31.12.1947
Mit Jahresende scheinen in der Statistik 27 aktive Feuerwehrmänner auf.
03.01.1948 Zwei Hochwassereinsätze.
Zuerst fuhr man zur Wehranlage des Herrn Rudolf Schifflhuber, Falkensteinrotte 7. Ein herangeschwemmtes Auto hing am Mühlenwehr, bedrohte die Wehranlage und verursachte eine Überschwemmung. Nach einer einstündigen Arbeit war die Gefahr beseitigt und auch die Überschwemmung der Straße entfernt. Bei der Ankunft im Gerätehaus gab es bereits wieder Hochwasseralarm.
Unverzüglich wurde nach Laubenbachmühle zum 2. Einsatz gefahren. Bei einer Brücke in der Nähe des Bahnhofes hatte angeschwemmtes Holz eine Überschwemmung und somit eine Gefahr für die Brücke verursacht. Nach 90 Minuten war auch hier die Gefahr gebannt und keine Überschwemmung mehr.
Einsatzdaten Gesamt: 10 Mann / 13:05 Uhr bis 16:30 Uhr.
07.03.1948

Hauptmann August Enner legt wegen Krankheit sein Amt zurück. Es folgt eine Neuwahl. Ergebnis:
Hauptmann Johann Dieringer
Hauptmannstellvertreter Franz Rauchberger
Schriftführer Franz Grössbacher

02.05.1948
Florianifeier mit Heldenehrung am Kriegerdenkmal.
Frau Maria Wurzinger, Grasserrotte 6, fertigte einen schönen Kranz zum Heldengedenken an. Neben einen persönlichen Dank bekam sie auch am 20. Mai einen schriftlichen Dankesgruß.
08.05.1948
August Enner, senior wird zum Ehrenhauptmann ernannt.
15.05.1948 Brandeinsatz im Weißenbachtal - bei der "Soller-Hütte", Tiefgrabenrotte 1. Der rasche Feuerwehreinsatz verhinderte eine Brandausbreitung.

26.05.1948

Es wurden drei Arten von Schulterspangen auf der linken Seite der braunen Dienstbluse eingeführt:
.) Mannschaft: Rotseide mit kleinem glatten Weißmetallknopf
.) Chargen: Silber-rotdurchwirkt mit glatten Weißmetallknopf
.) Schriftführer bis Landesfeuerwehrkommandant: Gold-rotdurchwirkt mit kleinem glatten
   Gelbmetallknopf
21.06.1948
Firmung in Frankenfels. Die Feuerwehr übernimmt den Ordnerdienst.
11.07.1948
Besuch des Sommerfestes der FF Rabenstein mit 11 Mann. Bei der Heimfahrt mit dem UNRRA-Wagen (für 12 Personen zugelassen) wurden noch zusätzlich 6 Mann der FF Schwarzenbach an der Pielach mitgenommen. Bei einem Zwischenstopp in Kirchberg/Pielach kam beim Aussteigen der Feuerwehrkamerad Karl Stehr der Nachbarswehr zu Sturz. Der Kirchberger Gemeindearzt Dr. Alfred Hausch stellte einen Armbruch fest und schickte den Verletzten mit dem nächsten Zug ins Krankenhaus St. Pölten. Nach dem Kaffeehausbesuch erfolgte über Schwarzenbach/Pielach die Heimfahrt. In der Unfallmeldung geht auch hervor, dass die Gemeinde Frankenfels den nötigen Benzin zur Verfügung stellte.
13.07.1948
Für den geplanten Verkauf des alten Feuerwehrautos (Inbetriebnahme im Juni 1935 als Gebrauchtwagen) wurde von der St.Pöltner-Firma Trappmeier eine Wertschätzung eingeholt. Die Firma gab für den reparaturbedürftigen FIAT 2 DR einen Wert von 2300 Schilling vor.
Aus den Statistikdaten geht hervor, dass der Verkauf zwischen 1. Oktober und 31. Dezember 1948 stattfand. Näheres (Käufer, Verkaufspreis) ist leider nicht mehr eruierbar.
10.08.1948

Erstmalig wird ein Alarmplan der FF Frankenfels erstellt:
Alarmstufe I     =   Feuerwehren Frankenfels und Kirchberg an der Pielach
Alarmstufe II    =   Feuerwehren Frankenfels, Kirchberg/Pielach und Schwarzenbach/Pielach
Alarmstufe III   =   Feuerwehren Frankenfels, Kirchberg/Pielach, Schwarzenbach/Pielach,                                                                                     Rabenstein und Puchenstuben.
Wird bestätigt - Der Bürgermeister: Unterschrift "Jof Niederer"  +  Stempel der Gemeinde
Der Hauptmann: Unterschrift "Hans Dieringer"  +  Feuerwehrstempel

11. - 12.09.1948

Sommerfest der Feuerwehr.

Am Samstag, den 11. September begann abends das Fest mit einem Kameradschaftsabend im Gasthof Pögner. Für gemütliche Musik mit Gesangseinlagen sorgte das Frankenfelser Zitherquartett. Auch Herr Abschnittsinspektor Franz Trimmel aus Kirchberg/Pielach erschien mit einigen Chargen von seiner Wehr.

Sonntag, den 12. September - Festablauf:
Musikalischer Weckruf um 6 Uhr früh mit kräftigen Klängen der Frankenfelser Blasmusik (Kapelle Hölzl) durch den ganzen Ort.
Um 09:00 Uhr versammelten sich Musik, Ehrendamen, Ehrengäste und Feuerwehr am Hauptplatz (Nähe Pfarrhof) und marschierten gemeinsam zur Feldmesse in den Schulgarten.
Die Messe, zelebriert von Herrn Pfarrer Josef Stangl, wurde von der Musik klangvoll und feierlich mit der Haydn-Messe "Hier liegt vor Deiner Majestät" umrahmt. Anschließend erfolgte die Fahrzeugsegnung des UNRRA-Wagens (Marke: Fordson WOT 2H). Frau Hedwig Enner, Gattin des Bäckermeisters, fungierte als Fahrzeugpatin. Unmittelbar nach der offiziellen Indienststellung des Fahrzeuges wurde mit der neuen Patin eine Runde gefahren.
Dieser Programmpunkt wurde mit einem Platzkonzert im Gastgarten des Gasthofes Schafhuber abgerundet.
Der Festakt begann um 13:30 Uhr mit einer Kranzniederlegung für die gefallenen Feuerwehrkameraden des 1. und 2. Weltkrieges. Es folgte eine kurze Festrede, in rührender Form, des Hauptmanns Johann Dieringer und Ehrungen von sieben Feuerwehrmännern. Die Diplome des n.ö. Landesfeuerwehrverbandes überreichte Herr Abschnittsinspektor Trimmel.
Danach begann das Sommerfest im Garten des Gasthofes Schafhuber.
An diesem Tag sind folgende auswertige Feuerwehren erschienen:
Vormittag: St. Anton an der Jeßnitz und Puchenstuben
Nachmittags: Schwarzenbach/P., Loich, Kirchberg/P., Rabenstein, St. Gotthard und Texing.

Diese Festaufzeichnung wurde vom Schriftführer Franz Grössbacher erstellt und befindet sich im Feuerwehrarchiv.

23.09.1948
Rauchfangfeuer beim Haus "Untersäge" (Besitzer: Maria Freudenthaler / Pächter: Leopold Gonaus), Weißenburggegend 11. Einsatzdaten: 4 Mann, 10:45 Uhr bis 12:00 Uhr.

24.09.1948

Der Brand des Kleinhauses "Unter-Nestelgrabenhäusl", Lehengegend 27, wurde mit Hilfe der Kirchberger Feuerwehr bekämpft. Obwohl keine sehr großen Brandschäden vorhanden waren, wurde das Haus nicht mehr instand gesetzt.
25.09.1948
Brand des Dörrhäuschen beim Gehöft "Unter-Nestelgraben", Lehengegend 7. Der Besitzer Karl Fahrngruber verständigte nicht die Feuerwehr Frankenfels. Es wurde ihm später nahe gelegt, dass er hinkünftig jeden Brand zu melden hat. Das Feuer war auch von Frankenfels aus nicht zu sehen, da das Objekt am Berghang mit Blickrichtung nach Kirchberg/Pielach liegt. Da der Brand von diesem Ort aus gesehen wurde, rückte die Nachbarsfeuerwehr Kirchberg an der Pielach um 21:50 Uhr mit 10 Mann aus und bekämpfte binnen kürzester Zeit das Feuer.
23.10.1948
Ein Reisender erlitt am Bahnhof Laubenbachmühle einen plötzlichen Herztod. Die feuerwehreigene Rettungsabteilung rückte aus und konnte dem St. Pöltner leider nicht mehr helfen. Die Totenbergung (Überführung in die Friedhofskammer) übernahmen die Feuerwehr-Sanitäter.
Oktober 1948
Im Oktober wurde eine Nachbeschau (Beanstandungen einiger Objekte bei der Feuerbeschau des Vorjahres) durchgeführt.
14.11.1948
Nach einer Fahrzeugreparatur bei der Firma Franz Schnabl, Warth/Tradigist (Kirchberg a. d. P. / Rabenstein), erfolgt eine Probefahrt nach Plankenstein, bei der auch der Bürgermeister und Vizebürgermeister teilnehmen.
16.12.1948
Brandalarm bei der Filiale Weißenburg um 16:35 Uhr. Die Soller-Hütte (eine für Wohnzwecke ausgebaute Holzknechthütte), Tiefgrabenrotte 1, brennt in diesem Jahr zum 2. Mal. Diesmal wurde das Objekt gänzlich zerstört. Die Filiale Weißenburg konnte lediglich eine Brandausbreitung verhindern. Die Ortsfeuerwehr wurde nicht verständigt. Einsatzdaten der Filiale: 5 Feuerwehrmänner / Brand aus um 18:00 Uhr, danach Brandwache bis 20:00 Uhr.
31.12.1948
Die Feuerwehr veranstaltete einen Bunten Silvesterabend mit einer Theateraufführung "Simmerl auf Brautschau", ein Lustspiel in 3 Akten.
09.01.1949
Wiederholung der Feuerwehr-Theatervorstellung "Simmerl auf Brautschau". Zusätzlich wurde der Einakter "Zwinserl´s Leichengeld" aufgeführt. Am selbstgeschriebenen Plakat stand "Beginn 15h.
12.01.1949 Die Feuerwehren werden wieder offizielle Vereine - wie vor dem 2. Weltkrieg. Vom n.-ö. Landes-Feuerwehrverband erscheinen Mustersatzungen für alle Freiwilligen Feuerwehren in Niederösterreich. Diese Satzungen beinhalten insgesamt 21 einheitliche Paragraphen und werden in einem A6-Heftchen herausgegeben. Man brauchte lediglich 2-mal den Feuerwehrname (Frankenfels) und einmal den Vereinssitz "Frankenfels" eintragen.

05.02.1949

Ein Feuerwehrball wurde wieder - und zwar im Gasthaus Pögner - abgehalten. Eine Abordnung von Kirchberg an der Pielach, unter der Leitung von Bezirksfeuerwehrrat Franz Trimmel, war auch anwesend. In der St. Pöltner Wochenpost vom 18. Febr. war ein umfangreicher Bericht zu lesen. Der Reporter schrieb unter anderem: "Des öfteren konnte man die Stimme - dies ist einer meiner schönsten Bälle - hören".
13.02.1949
Es wird beschlossen, beim Gemeindeamt einen Antrag betreffend einer neuen Feuerwehr-Unterkunft in Frankenfels zu stellen, da das vorhandene Gerätehaus nicht mehr den Anforderungen entspricht.
06.03.1949 Bei der Jahreshauptversammlung mahnte der Abschnittsinspektor Franz Trimmel, dass die Filiale Weißenburg von derzeit 6 auf mindestens 9 Mann (Größe einer Löschgruppe) aufstocken müsste.
Bei der anschließenden Ehrung wird Herr Rudolf Neubauer, senior zum Ehrenmitglied ernannt.
03.04.1949
Bei einer Inspektion durch Abschnittsinspektor Franz Trimmel wird der Aufgabenbereich der Filiale Weißenburg in einem Zehn-Punkteprogramm festgelegt (Einsatzbereich, Lehrgangsbesuche, Übungsplan, ...). Ein Ausbildungsplan muß für Frankenfels und Weißenburg erstellt werden.

05.04.1949


Feuerwehrkamerad Raimund Neubauer (geb. 31. Juli 1868), zuletzt wohnhaft in der Nachbarsgemeinde Puchenstuben (Puchenstuben 16), verstorben. Er trat bereits 1888 der Frankenfelser Feuerwehr bei und ließ sich am Gründungstag der Feuerwehr Puchenstuben (14. Mai 1905) überstellen. Dort übte er von Beginn an die Funktion des Hauptmannstellvertreters aus. Er war Schuhmachermeister und in Puchenstuben zusätzlich auch Briefträger. In der Chronik der Nachbarswehr ist über die Gründung folgendes dokumentiert: "Um die Entstehung der Feuerwehr haben sich die Herren Bürgermeister Franz Bachinger, Pfarrer Anton Handl, Schuhmachermeister Raimund Neubauer, Oberlehrer Franz Baresch, und der Lehrer Ferdinand Labuda besondere Verdienste erworben". Im Jahre 1948 erhielt er seitens der n.-ö. Landesregierung ein Diplom für 60 Jahre Feuerwehrzugehörigkeit und die Gemeinde sprach den öffentlichen Dank durch eine Ehrengabe aus. Sein Dienstgrad war zuletzt "Ehrenhauptmann".
Beim Begräbnis am 8. April war die FF Frankenfels durch eine große Abordnung vertreten.
13.04.1949
Hochwasser am Mühlboden. Angeschwemmtes Holz bedrohte bei der Bruckmühle den Brückenpfeiler der Pielachbrücke "Bezirksstraße nach Schwarzenbach/Pielach". Das Holz konnte unter der Mithilfe einiger Straßenwärter bei sehr schwierigen Bedingungen entfernt werden. Einsatzdaten: 5 Feuerwehrmänner / 13:52 Uhr bis 18:00 Uhr.

08.05.1949

Florianifeier: Der Pfarrer sprach bei der Messe kein Wort über die Feuerwehr !
Um so mehr ist bemerkenswert, dass die St. Pöltner Wochenpost am 21. Mai auf der Seite 4 folgendes schrieb: "Bei der Florianifeier wies der Herr Pfarrer Josef Stangl im Laufe seiner Predigt auf den oft schweren, aufopferungsvollen Dienst der Feuerwehrmänner hin und lobte in anerkennenswerten Dankesworten die ständige Einsatzbereitschaft der Feuerwehr".
29.05.1949 Eine Theatergruppe aus Annaberg unter der Leitung von Franz Pfeffer gab das Stück "Die Tochter des Schmugglers" für die Feuerwehr Frankenfels zum Besten.

15.06.1949

Eine Feuerwehrdelegation spricht beim Pfarrer Josef Stangl vor, weil dieser bei der Florianimesse am 8. Mai 1949 mit keinem Wort die Feuerwehr erwähnt hat. Mehrheitlich will man deshalb bei der Fronleichnamsfeier nicht mehr ausrücken.

02.07.1949

Im Einsatzbericht vom 2. Juli 1949 wird folgendes dokumentiert:
Anruf vom Gendarmeriepostenkommandant Karl Thalhammer um 1 Uhr früh beim Feuerwehrhauptmann Hans Dieringer: "Es herrscht Hochwasser, die FF Kirchberg/Pielach ist bereits bei der Rettung einer Behelfsbrücke tätig". Daraufhin wurden weitere 5 Feuerwehrmänner mittels Boten zum Bereitschaftsdienst alarmiert. Mit dem Postenkommandant fuhr Hauptmann Dieringer per Motorrad die Straße entlang um den Wasserstand der Natters und Pielach zu erkunden. Besondere Gefahrstellen wurden keine entdeckt und daher um 2.30 Uhr, nachdem festgestellt werden konnte, daß das Wasser etwas zurückgegangen sei, der Bereitschaftsdienst aufgelöst. Einsatzdauer: 1.05 Uhr bis 2.30 Uhr.
17.07.1949 Das erste Feuerwehrkränzchen der Filiale Weißenburg wurde in der "Taverne" abgehalten. Dabei wurde in einer Holzhütte hinter dem Hause Härtensteiner eine Bar mit den Sängerinnen Cäcilia Schweiger und Franziska Fahrngruber betrieben. Sie wurde als Almhütte dekoriert und fand großen Zuspruch. Als Hauptattraktion wurde im Gasthaus ein Theaterstück mit drei Feuerwehrmännern aufgeführt. Unter der Regie von Feuerwehrkamerad Rudolf Gira wurde eine Kropfoperation ("Faschiertes mit Halsbrett") simuliert.
Sommer 1949
Man fuhr mit dem UNRRA-Wagen zu den beliebten Sommerfesten der Feuerwehren nach St. Gotthard, Annaberg, Türnitz, Tradigist, usw. Da natürlich auch die Feuerwehrgattinnen und Bekannte mitfuhren, befanden sich viele Privatpersonen auf der offenen Pritsche.

13. - 16.08.1949

Täglich mehrere Einsätze infolge Hochwasser der Natters und Pielach. Der Höchststand war am 15. August. An diesem Tag stand das komplette Bauernhaus Nattershof einen Meter unter Wasser. Die Stallungen mussten geräumt werden. Auch bei einigen anderen Gehöften musste das Vieh durch die Feuerwehr gerettet werden. Die Brücke zum Gehöft "Krumbach", Markenschlagrotte 9, wurde weggerissen. Die Pielachtalstraße war von Rabenstein/Pielach bis Frankenfels unpassierbar.
Das Hochwasser begann am 9. August mit einer anhaltenden Regenperiode und einer starken Abkühlung. Da in den Bergen Schnee gefallen ist kam das Hochwasser erst am 12. August und trat an einigen Stellen über die Ufer.
In der Wetterstation Frankenfels sind folgende Daten dokumentiert:
11. August (Donnerstag): 51,6 Regengrade,
12. August (Freitag):        57,4 Regengrade und am
13. August (Samstag):     99,6 Regengrade.
1 Regengrad entspricht ein Liter auf einem Quadratmeter. Die Regenmenge 99,6 Grade bzw. Liter ist die größte, die während der 27-jährigen Beobachtungstätigkeit gemessen wurde.
Am Sonntag (14.08.) gab es nur mehr einen leichten Regen , jedoch wurde es wärmer und das Hochwasser stieg weiter. Der letzte Einsatz endete für 10 Mann am 16. August um 6 Uhr früh.
24.09.1949
Hauptmann Johann Dieringer droht mit seinem Rücktritt, falls die nicht volljährigen Feuerwehrmänner bei Tanzveranstaltungen als Uniformträger sich nicht entsprechend verhalten und obendrein ab 21 Uhr die Veranstaltung nicht verlassen.

25.09.1949

Abschnittsinspektor Franz Trimmel vom Feuerwehrabschnitt Kirchberg/Pielach (zugleich Hauptmann der FF Kirchberg/Piel.) hält überraschend beim örtlichen Sägewerk Hinteregger eine Alarmübung ab. Bei dieser Großübung war auch die Freiwillige Feuerwehr Kirchberg an der Pielach dabei.
Es gab viel Lob für beide Feuerwehren.

16.10.1949

Die Gemeinde Frankenfels veranstaltete ein Erntedankfest. Den Reinertrag von Schilling 2758,04 erhielt die Freiwillige Feuerwehr Frankenfels. Ein Dankschreiben ging am 4. November an die Gemeindevertretung.
24.10.1949
Dem Roten Kreuz St. Pölten wird seitens der Gemeinde Frankenfels der Feuerwehrmann Johann Preiser als Rettungsmann namhaft gemacht.

26.11.1949

Über die geplante Feuerwehr-Theateraufführung zu Silvester und eventuell an nachfolgenden Tagen wurde von der Gemeinde Frankenfels bei der Russischen Zensurstelle in Wien XI, Fichtegasse 10, das Textbuch - per eingeschriebenen Brief - vorgelegt. Die Programmprüfung erfolgte bereits am 29. November durch die zuständige Kommandantur der Sowjetarmee.
Der nächste Schritt war das Ansuchen der FF Frankenfels bei der Bezirkshauptmannschaft St. Pölten am 16. Dezember. Dies wurde unter gleichzeitiger Kenntnisnahme an den Frankenfelser Bürgermeister und an den Gendarmeriepostenkommandant Frankenfels am 22. Dezember genehmigt.
Somit gingen die Theaterproben in die Endphase.
Diese Bürokratie ist bei allen geplanten Theateraufführungen in der ganzen Besatzungszeit unumgänglich.
31.12.1949 Theatervorstellung der Feuerwehr mit dem Stück "Seine Majestät, der Dickschädl". Regie führte unser Feuerwehrmann Leo Hinteregger.
Die Theatergruppe spielte bereits auf einem sehr, sehr hohen Niveau. Diese schauspielerische Kunst bewirkte viele Zeitungsberichte und große Zuschauerzahlen. Die Besucher kamen aus nah und fern! Man hatte einen sehr guten Ruf. Um dem Ansturm der vielen Zuseher gerecht zu werden, wurde veranlasst, auch diese Aufführung noch zweimal zu wiederholen.



Erstellt:
Ehrenoberverwalter Erich Gonaus, Sachbearbeiter für Feuerwehrgeschichte der FF Frankenfels

Quellen:
Ehren- und Urkundenbuch der Freiwilligen Feuerwehr in Frankenfels (1908 bis 1980)
                                                         - Josef Hippmann / Johann Dieringer / Franz Grössbacher / Franz Wutzl
Chronik F. F. Frankenfels (01.01.1981 bis 28.01.1996) - HBI Franz Wutzl
Feuerwehrchronik Weißenburg (1938 bis 2004) - ELM Johann Freudenthaler
Feuerwehrarchiv Frankenfels
Festschrift "1883 - 100 Jahre - 1983   Freiwillige Feuerwehr Frankenfels" - BI Franz Wutzl
Festschrift "110 Jahre   1883 - 1993   Freiwillige Feuerwehr Frankenfels" - OBI Franz Wutzl
Folder "Freiwillige Feuerwehr Frankenfels   1883 - 2008   125 Jahre" - OBI Mario Sturmlechner
Gemeindearchiv Frankenfels
Chronik der Volksschule Frankenfels
Pfarrchronik Frankenfels
Österreichische römisch-katholische Pfarrmatriken (Matricula)
Bahnhofchroniken Frankenfels, Laubenbachmühle, Schwarzenbach an der Pielach und Kirchberg an der Pielach
Einige mündliche Überlieferungen von:
   Frau Aloisia Zeiner (+ 1992), Markt 12 - (Info an Oberlöschmeister Franz Wutzl)
   Frau Christine Linzberger (+ 1997), Markt 45 - (Info an Oberlöschmeister Franz Wutzl)
   Herrn Rudolf Kirchner (+ 1978), 3204 Kirchberg an der Pielach, Schwerbachgegend 31
   Herrn Franz Schmid junior, 3204 Kirchberg an der Pielach, Schwerbachgegend 31
   Herrn Dr.phil. Bernhard Gamsjäger, 3100 St. Pölten, Leobersdorfer Bahnstraße 17B
   Herrn Robert Pögner, Markt 3         
   Frau Feuerwehrpatin Inge Langthaler (+ 2019), Markt 17
   Frau Hermine Grössbacher, Übergangrotte 2
   Herrn Leopold Kozisnik, Wiesrotte 8
   Herrn Matthias Fahrngruber-Birnbaum, Hofstadtgegend 63
   Herrn Karl Fahrngruber (+ 2019), 3212 Schwarzenbach an der Pielach, Guttenhofgegend 16          und
   Herrn Gerhard Groh, D-35096 Weimar (Lahn) - Roth, Lahntalstraße 24
Chronik der Freiw. Feuerwehr Kirchberg/Pielach (1880 bis 1980) - Brandrat Konrad Lampel
Datensammlung "Fahrzeuge und Geräte im Feuerwehrabschnitt Kirchberg an der Pielach"
                                                                                             - Karl Moser, 1170 Wien, Hernalser Gürtel 25/12
Frankenfelser Häuserbuch (Um 1300 bis 1987) - Dr. Bernhard Gamsjäger
Das Frankenfelser Buch (1192 bis 1997) - Dr. Bernhard Gamsjäger / Ernst Langthaler junior
Buch "Kirchberg an der Pielach   -   Eine Reise durch die Zeit" (2013)
                            - DI Michael Flieger / Dr. Bernhard Gamsjäger / Dr. Eduard Gugenberger / Mag. Sabine Mick
Buch "Rabensteiner Höfebuch" (2010) - Johann Reisenhofer / Josefa Karner / Carina Braunsteiner / Karl Egger
Buch "Ein schönes Stück unserer Heimat   -   Häuser und Höfe in Hofstetten-Grünau" (2019)
                            - Obfrau der Bäuerinnen Christine Gruber / Leiter der Heimatforschung Gerhard Hager
Buch "Puchenstuben" (2004 / 2. Auflage 2014) - Dr. Bernhard Gamsjäger
Handbuch zur Feuerwehrgeschichte des ÖBFV (November 2005) - Brandrat des ÖBFV Adolf Schinnerl
Das Große Niederösterreichische Feuerwehrbuch (1986)
                  - Dr.phil. Joachim Rössl / HV Günter Schneider / OBR Dr.theol. Hans Schneider / Dr.phil. Peter Zawrel
Bibliographie zur niederösterreichischen Feuerwehrgeschichte (2011) - BI Dr. Christian Karl Fastl
Entwicklung der Rang- und Uniformabzeichen bei den NÖ Feuerwehren (2013) - ABI Dr. Christian Karl Fastl
150 Jahre Niederösterreichischer Landesfeuerwehrverband (2019) - BR Dr. Christian Karl Fastl
Lehrgangsunterlagen der Module FWG1, FWG2, FWG3, FWG4, FWGG, FWGP1, FWGSP1, FWGSP2 und FWGT